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Jo Plaete: KI für die Filmindustrie

Flämischer Unternehmer gewinnt Emmy für KI-Technologie: „Tom Hanks wieder 20 Jahre jünger machen“

Das Unternehmen BRAHMA AI, gegründet von dem flämischen Unternehmer Jo Plaete (Foto), wurde mit einem „Technology & Engineering Emmy Award“ für KI-basierte visuelle Effekte ausgezeichnet. Die Technologie ermöglicht es, Filmschauspieler um Jahrzehnte jünger aussehen zu lassen oder sie in einer anderen Sprache sprechen zu lassen, wobei ihre Stimme und Mimik erhalten bleiben, so Plaete: „Das bedeutet, dass auch ein flämischer Film den amerikanischen Markt erobern kann.“

Andreas Kockartz
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„Als KI an Bedeutung gewann, begann ich, diese Technologie in der Filmindustrie einzusetzen. So half ich beispielsweise 2018 beim Aufbau der KI-Abteilung von Disney, als deutlich wurde, dass Künstliche Intelligenz für digitale Charaktere genutzt werden kann“, erzählte Plaete:„Inzwischen haben sich diese Systeme enorm weiterentwickelt, und ich leite heute mein eigenes Unternehmen: BRAHMA AI. Wir sind auf KI-basierte visuelle Effekte für Filme, Konzerte und andere geschäftliche Bereiche spezialisiert.“

Das Unternehmen wurde jetzt mit dem renommierten „Technology & Engineering Emmy Award“ für seine Technologie im Bereich „KI-basierter Gesichtsaustausch und leistungsbewahrende Postproduktions-Transformation“ ausgezeichnet. Einfach ausgedrückt: KI-gestützte Gesichtsveränderungen, bei denen die schauspielerische Leistung vollständig erhalten bleibt.

Schauspieler, die plötzlich älter aussehen oder perfekt eine andere Sprache sprechen

„Wir können das Gesicht eines Schauspielers verändern oder ihn jünger bzw. älter wirken lassen, ohne dass seine schauspielerische Leistung - also sein Blick, seine Emotionen und sein Timing - beeinträchtigt wird“, erklärte Plaete weiter.

„Mit dieser Technologie können wir beispielsweise einen 70-jährigen Tom Hanks wieder in einen Mann in seinen Zwanzigern verwandeln oder einen verstorbenen Schauspieler für eine Fortsetzung wieder zum Leben erwecken“, sagt Plaete. Er war unter anderem an dem Film „Here“ beteiligt, in dem man die Hauptdarsteller Tom Hanks und Robin Wright in nahezu allen Lebensphasen sieht.

„Wir können die neueste Generation dieser Technologie sogar für die Synchronisation von Filmen einsetzen. So lässt sich ein Schauspieler in einer anderen Sprache sprechen lassen, während seine eigene Stimme, seine Mimik und seine Artikulation gewahrt bleiben. Ein ursprünglich auf Englisch gedrehter Film kann dadurch so wirken, als wäre er von vornherein auf Französisch produziert worden.“

Wird KI der nächste große Schritt in der Filmindustrie?

„Wir haben den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm erlebt, vom Schwarz-Weiß- zum Farbfilm,“ so Plaete zu seiner Auszeichnung: „Ich glaube, das wird der nächste große Schritt für die Filmindustrie sein. Derzeit ist die Reichweite eines starken flämischen Films oft begrenzt, da der Markt relativ klein ist. Dank dieser Technologie kann ein solcher Film glaubhaft auf Englisch veröffentlicht werden und so auch den amerikanischen Markt erobern.“

„Nächsten Monat bringen wir einen bedeutenden indischen Film, ‚Ramayana‘, in den Vereinigten Staaten heraus. Der Film wurde vollständig ins Englische übertragen - dennoch sind die Stimmen der Originaldarsteller weiterhin zu hören und auch ihre Mimik bleibt erhalten. Ich denke, das wird ein bedeutender Meilenstein für diese Technologie sein“, so Plaete: „Parallel dazu führen wir Gespräche mit großen Filmstudios und Verleihern, um diese Technologie in weitaus größerem Maßstab einzusetzen.“

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