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Inland
Wirtschaft

Flanderns Landesregierung setzt eine Investition über 318 Mio. € für nachhaltige Projekten bei ArcelorMittal einstweilen aus

Die flämische Landesregierung hält einen Betrag von rund 318 Mio. € für Projekte rund um die „Vergrünung“ des Stahlwerks von ArcelorMittal in Gent vorläufig zurück. Dies meldete die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd und diese Meldung wurde VRT NWS gegenüber bestätigt. Die Regierung entschloss sich zu diesem Schritt, da ArcelorMittal die geplanten eigenen Investitionen in die nachhaltigere Produktion von Stahl für unbestimmte Zeit on hold-gesetzt hat.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Eigentlich sollte die flämische Landesregierung 2026 140 Mio. € und 2027 177,5 Mio. € an den FINOCAS-Kooperationsverband zwischen ihr und dem Stahlproduzenten ArcelorMittal überweisen. Damit wollte Flandern den Konzern dabei unterstützen, seine Produktion nachhaltiger bzw. umweltfreundlicher zu gestalten.

ArcelorMittal hatte 2021 eine Mega-Investition von 2 Mia. € in neue grüne Stahltechnologie am Standort Gent zu tätigen. Hier sollten sogenannte DRI-Installationen und elektrisch betriebene „Flammenbogen-Hochöfen“ gebaut werden. Dies sollte eigentlich die größte Klima-Investition in Belgien werden. Das Stahlwerk im Hafen von Gent trägt aktuell alleine mit 4 % zum Treibhausgas-Ausstoß Flanderns bei.

Auf die lange Bahn geschoben

Ende 2024 schob ArcelorMittal diese Investition aus wirtschaftlichen Gründen auf die lange Bahn. „Jetzt zu investieren würde angesichts des heutigen Marktes einen negativen Return bringen“, sagte Belgiens ArcelorMittal-CEO Frederik Van De Velde dazu im vergangenen Jahr dazu.

Für „grünen“ Stahl sei die Nachfrage zu gering und die Kosten für Energie, Personal und die europäischen CO²-Abgaben seien zu hoch und würden die Endabrechnung in die Höhe treiben.       

„Konkrete Investitionen sind nötig“

Da die Investitionen von Seiten des Stahlkonzerns vorläufig ausbleiben, setzt Flandern seine geplanten Zuschüsse erst einmal aus, so Flanderns Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA, flämische Nationaldemokraten): „An unserem Engagement ändert sich nichts. Wir wollen, dass die Industrie in Flandern in Innovation und in Nachhaltigkeit investiert. Doch Mittel aus der öffentlichen Hand können nur erfolgen, wenn es an der Basis zu konkreten Investitionen kommt.“

„Jetzt, da ArcelorMittal sein Dekarbonisierungs-Projekt in Phasen durchführt, ist es logisch, dass sich auch Flandern diesem Rhythmus anpasst“, so Diependaele: „Wir streichen unsere Ambitionen nicht. Wir koppeln unsere Mittel an konkrete Schritte und Resultate.“  

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