Die Brüsseler Polizei hat am Montag in der Umgebung des Bahnhofs Süd/Midi rund ein Dutzend junge Leute festgenommen vorgenommen - neun der Verhafteten sind Minderjährige. Dabei handelte es sich einmal mehr um Schüler aus dem frankophonen Bildungswesen in Belgien, die gegen die Einsparungen protestierten. Doch immer wieder lassen sich diese von linksradikalen Kräften zu Zerstörungen und zu Angriffen auf die Polizei hinreißen.
Schon am Montagmorgen war die Polizei präventiv in der Brüsseler Innenstadt präsent, um - eigenen Angaben zufolge - Jugendliche zu sensibilisieren und davon abzuhalten, einem über das Wochenende in den sozialen Medien verbreiteten Aufruf zu neuen Protesten zu folgen. Schulschwänzer würden angezeigt, teilte die Polizeizone mit. Und jedes weitere festgestellte strafbare Verhalten werde der Brüsseler Staatsanwaltschaft gemeldet.
Bei den Kontrollen von Jugendlichen beschlagnahmte die Polizei Gegenstände, die sie als gefährlich oder als potenzielle Wurfgeschosse einstufte, darunter gefährliche Feuerwerkskörper, Flaschen mit brennbaren Flüssigkeiten sowie Deodorants. Auch Masken und Handschuhe wurden sichergestellt.
Rund um den Südbahnhof
Trotz dieser Präventionsmaßnahmen kursierten Aufrufe, sich in andere Bereiche zu begeben. Mehrere Gruppen versammelten sich in der Nähe des Südbahnhofs und des Bara-Platzes. Nach Angaben der Polizei kam es unmittelbar nach deren Eintreffen zu Sachbeschädigungen. So wurden Stadtmobiliar und ein Fahrzeug in Brand gesetzt. Die Polizeibeamten wurden mit Gegenständen und Feuerwerkskörpern beworfen bzw. beschossen. Die Angreifer waren teilweise maskiert.
Hunderte Jugendliche versuchten nach Medienberichten die Sicherheitskräfte zu zu provozieren. Dabei wurden auch polizeifeindliche Parolen. Unter den vor Ort festgesetzten Jugendlichen befanden sich sehr junge Minderjährige, so die Beobachtungen.
Verlagerung in die umliegenden Viertel
Am frühen Montagnachmittag wechseln sich Phasen der Beruhigung mit Verfolgungsjagden ab. Jugendgruppen und Polizeikräfte lieferten sich ein Katz-und-Maus-Spiel. Im Laufe der Zeit bewegte sich das Ganze in Richtung Anderlecht und Sint-Gillies und wieder zurück in die Umgebung des Bahnhofs.
Gegen 15 Uhr kamen mehrere Wasserwerfer in dem Gebiet zum Einsatz. Zudem setzte die Polizei Tränengas ein. Die Lage schien sich anschließend zu beruhigen, auch wenn die Polizeikräfte vor Ort blieben. Erneute Explosionen von Knallkörpern und Feuerwerkskörpern unterbrachen jedoch solche Ruhephase und die Polizei blieb bis zum Abend in Alarmbereitschaft.

