Die zusätzlichen Einsparungen beim öffentlich-rechtlichen flämischen Rundfunk VRT sind nicht mehr verhandelbar. Das erklärte Flanderns Medienministerin Cieltje Van Achter (N-VA, flämische Nationaldemokraten) am Dienstagabend in der Sendung „Terzake“ („Zur Sache“). Unser Haus muss in den kommenden Jahren zusätzlich 10 Mio.€ einsparen, zusätzlich zu den bereits eingesparten 16,6 €.
Die zusätzlichen Einsparungen beim flämischen Rundfunk VRT sind nicht mehr verhandelbar
Die Gewerkschaften, die am Montag mit einem Streik und einem Sparprogramm im Radio und im Fernsehen gegen die neuen Einsparungen protestiert hatten und die Geschäftsleitung des VRT wollten gemeinsam mit Vertretern aus dem Kulturbereich (auch hier spart Flandern Millionen ein) mit der Ministerin über die Einsparungen neu verhandeln.
Doch dazu wird es nicht kommen, so Ministerin Van Achter: „Ich verstehe, dass die zusätzlichen Einsparungen ein schwerer Schlag sind, aber die flämische Regierung muss den Haushalt sanieren. Man kann nicht von der gesamten flämischen Regierung harte Entscheidungen verlangen und dann eine große öffentliche Einrichtung komplett ausschließen.“
Sie will jetzt gemeinsam mit der VRT-Direktion und mit dem Aufsichtsrat die Konsequenzen für den Sendebetrieb prüfen und die konkrete Umsetzung der Einsparungen erörtern. „Ich halte es für sehr wichtig, dass der VRT seinen öffentlichen Auftrag weiterhin gut erfüllt“, sagte die Ministerin: „Es geht um unabhängigen Journalismus, Analysen, hochwertige Jugendprogramme, flämische Geschichten, Kultur und Sport. Diese Kernaufgabe ist unerlässlich.“
Sportübertragungen eher bei den kommerziellen Sendern?
Eine der Optionen, die derzeit geprüft werden, ist, dass der VRT große Sportverträge, beispielsweise für Fußball oder Rennen in Spa-Francorchamps, kritischer prüft. Laut Van Achter sind die Rechte für solche Übertragungen sehr teuer.
Die flämische Rundfunk wird jedoch weiterhin eine wichtige Rolle in der Sportberichterstattung spielen: „Wenn die Belgian Cats heute so beliebt sind, liegt das nicht nur daran, dass sie sehr gut Basketball spielen, sondern auch daran, dass der VRT dem Frauenbasketball Aufmerksamkeit schenkt.“ Für andere Sportrechte sieht sie eine Rolle für kommerzielle Sender: „Es ist wichtig, dass die Flamen alle Sportarten im Fernsehen sehen können, aber ob das bei VRT, VTM oder Play zu sehen ist, ist nicht so wichtig.“
Auch Exklusivverträge mit TV-Persönlichkeiten stehen zur Debatte: „Unterhaltung muss im öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiterhin möglich sein, solange das Angebot ausreichend eigenständig ist. Der VRT darf nicht zu einer Kopie der kommerziellen Sender werden. Das ist bereits im Managementvertrag festgehalten. Die schönen fiktionalen Serien, die auf dem VRT laufen, können selbstverständlich auch morgen noch ausgestrahlt werden.“
