In Genk in der flämischen Provinz Limburg ist am Mittwoch Energyville eröffnet worden. Das ist ein neues Simulationslabor für die Forschung am Stromnetz der Zukunft. Der Energiebedarf steigt stetig und um darauf vorbereitet zu sein, werden in diesem Labor neue Technologien getestet, um herauszufinden, ob diese sicher genug für den praktischen Einsatz sind.
Energyville in Genk eröffnet ein Simulationslabor für das Stromnetz der Zukunft
Das Stromnetz verändert sich rasant. „Immer mehr Elektroautos, Wärmepumpen und Rechenzentren kommen hinzu, die zusätzlichen Strom benötigen“, sagt Dirk Van Hertem, Leiter des Forschungszentrums Etch (Energy Transmission Competence Hub): „Hinzu kommt der Wandel von fossilen Brennstoffen hin zu nachhaltigen Energien mit mehr Solaranlagen und Offshore-Windkraft. Diese Veränderungen haben gravierende Folgen für das Netz, das alles miteinander verbindet.“
Der Bau eines zusätzlichen Netzes neben dem bestehenden Transmissionsnetz ist keine Option, erklärt Van Hertem: „Deshalb simuliert das Labor das Netz sehr detailliert und in Echtzeit.“
Unabhängige Energieversorgung
„Die Energiewende ist aufgrund des Klimawandels notwendig“, sagt Van Hertem weiter zu diesem Projekt. Er nennt den vergangenen heißen und extrem trockenen Sommer als Beispiel: „Darüber hinaus möchte Europa, dass wir weniger abhängig von Energie aus dem Nahen Osten, den USA und Russland werden, da diese Länder nicht immer verlässliche Partner sind.“
„Gleichzeitig wollen wir alle verfügbaren neuen Technologien nutzen“, so Van Hertem: „Dank Digitalisierung und künstlicher Intelligenz können wir heute viel mehr erreichen als früher. Wir können dieselben Ergebnisse mit weniger Ingenieuren erzielen, aber das birgt Risiken. Wir müssen sicherstellen, dass sich das System verbessert und nicht verschlechtert.“
Daher seien umfangreiche Tests vor dem Einsatz neuer Technologien unerlässlich.
Das Labor arbeitet nach einem offenen Konzept. Innerhalb des Kompetenzzentrums für Energieübertragung ETCH wurde ein Partnerschaftsprogramm mit über 20 Unternehmen etabliert. Auch diese können das Labor nutzen. Darüber hinaus ist das Labor offen für Kooperationen mit Universitäten und anderen akademischen Partnern.
