Zum Hauptinhalt springen
vlnr: Marcus Optendrenk (NRW), Matthias Diependaele (Flandern) und Rob Jetten (NL)
Inland
Wirtschaft

„Port Summit“ - Häfen aus Flandern, NRW und den Niederlanden bündeln ihre Kräfte

Die großen Häfen Flanderns, der Niederlande und des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen wollen enger zusammenarbeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Beim Hafengipfel in Meise (Flämisch-Brabant bei Brüssel) unterzeichneten die beteiligten Behörden und Häfen am Montag erstmals eine gemeinsame Abschlusserklärung. Diese soll die Zusammenarbeit nicht nur bestätigen, sondern auch beschleunigen. Unter den beteiligten Häfen sind sowohl See- als auch Binnenhäfen. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Nach Ansicht der beteiligten Häfen ist der Bedarf größer denn je. „Es läuft nicht gut in Europa. Wir müssen konkurrieren, wo es nötig ist, und kooperieren, wo es möglich ist“, sagte Boudewijn Siemons, CEO des Rotterdamer Hafens. Sein Antwerpener Kollege Rob Smeets will vor allem die Grenzen zwischen den drei Regionen überwinden: „Wir müssen jetzt vom Reden zum Handeln übergehen.“

Vier gemeinsame Baustellen

Die Zusammenarbeit soll sich in den kommenden Jahren vor allem auf vier Bereiche konzentrieren: Kreislaufwirtschaft, Energieinfrastruktur, resiliente Binnenschifffahrt und innovative Logistik. Zu diesem Zweck wollen die Partner unter anderem an einem grenzüberschreitenden Rohstoffmarkt, CO₂- und Wasserstoffpipelines, einem verbesserten Wassermanagement und autonomem Gütertransport arbeiten.

Hafen Antwerpen

Der „Port Summit“ brachte zum ersten Mal die wichtigsten Häfen Flanderns, der Niederlande und Nordrhein-Westfalens zusammen:

• Flandern: Antwerpen-Brügge, North-Sea-Port (Gent-Terneuzen) und Ostende

• Niederlande: Rotterdam und Moerdijk

• Nordrhein-Westfalen: Duisburg und Köln

Auto-Frachter im Hafen von Ostende

Energie über Grenzen hinweg

Die Häfen wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Klima und Energie intensivieren. Sie setzen sich für eine technologieneutrale Energiewende ein, die unter anderem Elektrifizierung, Wasserstoff, Biokraftstoffe sowie eine gemeinsame Lade-, Betankungs- und Batterieinfrastruktur umfasst. Darüber hinaus wollen sie beim CO₂-Transport und der CO₂-Speicherung zusammenarbeiten und Herausforderungen wie Dürre und Versalzung in der Binnenschifffahrt besser begegnen.In den kommenden Jahren konzentriert sich die Zusammenarbeit auf vier Prioritäten:

• Kreislaufwirtschaft: ein gemeinsamer Rohstoffmarkt und verstärkte Wiederverwendung von Materialien

• Energie: beschleunigter Bau von CO₂- und Wasserstoffpipelines und mehr Investitionssicherheit

• Binnenschifffahrt: Kooperation im Wassermanagement zur Minderung von Dürre und Versalzung

• Logistik: mehr autonomer Gütertransport, Drohnen und grenzüberschreitende Harmonisierung

Die Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass die Häfen zu einer einzigen Einheit verschmelzen. Sie wollen jedoch ihre Infrastruktur, Industrie und Logistik besser aufeinander abstimmen. Laut Siemons stärkt dies auch ihre internationale Position. „Wenn Antwerpen und Rotterdam gemeinsam nach China oder Singapur gehen, stehen alle Türen offen.“ 

Der Hafen von Rotterdam

Europa müsse diesem Beispiel folgen

Auf flämischer Seite unterzeichnete Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA, fläm. Nationaldemokraten) die Erklärung gemeinsam mit dem niederländischen Premierminister Rob Jetten (D66) und dem nordrein-westfälischen Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU). Sie vertreten die Häfen Antwerpen-Brügge, North-Sea-Port, Ostende, Rotterdam, Moerdijk, Köln und Duisburg. Es ist das erste Mal, dass all diese Häfen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet haben.

Die beteiligten Häfen und Industriegebiete bilden zusammen den größten Logistik- und Wirtschaftscluster der Europäischen Union. Flandern, die Niederlande und Nordrhein-Westfalen fordern die Europäische Kommission daher auf, den sogenannten ARRRA-Cluster als strategischen europäischen Hafen- und Industriecluster anzuerkennen und die Umsetzung der europäischen Hafenstrategie zu beschleunigen.

Rhein- und Industriekulisse in Duisburg

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5