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Inland
Politik

Mitarbeiter von Minister Weyts gab sich in Gastbeitrag als homosexueller Muslim aus: „Einfach nur dumm“

Ein Mitarbeiter des flämischen Ministers Ben Weyts (Nationalisten, N‑VA) hat mehreren Medienredaktionen einen Meinungsbeitrag geschickt, in dem er sich als homosexueller Muslim aus Antwerpen-Borgerhout ausgab. Nachdem die wahre Identität des Verfassers bekannt wurde, spricht Weyts von einer „einfach nur dummen“ Aktion und kündigt ein persönliches Gespräch mit dem Mitarbeiter an.

Martina Luxen
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Ende September erhielten mehrere flämische Medien einen Text mit dem Titel:„Schwul und Muslim: Ja, ich bin der schlimmste Albtraum der extremen Rechten“. Als Autor wurde ein angeblicher Mohammed El Idrissi, ein 29-jähriger homosexueller Muslim aus Borgerhout, angegeben.

Darin wurde unter anderem auf jüngste Fälle von Übergriffen gegen Homosexuelle Bezug genommen. Der angebliche Verfasser argumentierte, dass bei solchen Vorfällen häufig sofort Muslime verantwortlich gemacht würden, obwohl er sich als homosexueller Mann in Borgerhout vollständig akzeptiert fühle. Gleichzeitig kritisierte der Text Politiker wie Tom Van Grieken (Vlaams Belang) und Theo Francken (N‑VA), denen vorgeworfen wurde, Fälle von Homophobie für eine generelle Kritik am Islam zu instrumentalisieren.

Knack deckte die Identität auf

Das Magazin Knack stellte vergangene Woche fest, dass die betreffende Person gar nicht existiert. Stattdessen handelte es sich um einen Mitarbeiter des Kabinetts von Ben Weyts. Die E‑Mail war zwar unter dem Namen „Mohammed El Idrissi“ verschickt worden, in den Dokumenteigenschaften des beigefügten Beitrags war jedoch der tatsächliche Name des Verfassers hinterlegt.

Gegenüber Knack erklärte der Mitarbeiter, die Aktion sei eine rein persönliche Initiative gewesen und habe nichts mit seiner Arbeit im Ministerkabinett zu tun gehabt. Nach eigener Darstellung wollte er zeigen, dass bestimmte konservative Stimmen in den Meinungsseiten der Medien weniger Gehör fänden als etwa jene von queeren Muslimen.

Weyts: „Das war einfach dumm“

Minister Ben Weyts distanzierte sich von dem Vorgehen seines Mitarbeiters: „Es war eine persönliche Initiative, völlig losgelöst vom Kabinett, aber das entschuldigt es nicht.“

Weyts bezeichnete die Aktion als „einfach nur dumm“. Zugleich kündigte er an, die Angelegenheit intern zu besprechen: „Ich werde das persönlich mit ihm unter vier Augen besprechen, aber einfach wird dieses Gespräch sicherlich nicht.“

Weitere Kommentare wollte das Kabinett vorerst nicht abgeben.

Kritik der Opposition

Für die Oppositionspartei Groen reicht diese Reaktion nicht aus. Fraktionsvorsitzende Mieke Schauvliege spricht von „buchstäblichen Fake News“, die von einem Mitarbeiter eines flämischen Vizeministerpräsidenten verbreitet worden seien.

Ihr Vorwurf: „Jemand, der mit öffentlichen Geldern bezahlt wird, hat sich bewusst als Angehöriger zweier Minderheiten ausgegeben, ihnen Klischees in den Mund gelegt und Redaktionen getäuscht, um einen politischen Punkt zu machen.“

Nach Ansicht von Groen beschädigt dies sowohl das Vertrauen in die Medien als auch in die flämische Regierung. Schauvliege verweist zudem auf den Verhaltenskodex für Kabinettsmitarbeiter, der letztlich die politische Verantwortung beim Minister verorte.

„Ein Gespräch hinter verschlossenen Türen ist keine Antwort auf eine öffentliche Täuschung.“

Kolumne wieder gelöscht

Der Text wurde letztlich nur von der Plattform DeWereldMorgen.be veröffentlicht. Nachdem Knack die Redaktion über die Hintergründe informiert hatte, wurde der Beitrag wieder von der Website entfernt.

Politikjournalist fordert Konsequenzen

Auch der Politikjournalist Ivan De Vadder äußerte scharfe Kritik. „Menschen können Fehler machen, aber aus meiner Sicht kann diese Person nicht länger auf einem Ministerkabinett arbeiten.“ Er argumentiert, dass gezielt Desinformation verbreitet worden sei: „Es wurden Fake News in Umlauf gebracht mit der Absicht, die öffentliche Meinung, die Presse und alle Leser zu beeinflussen.“

De Vadder sieht deshalb kaum Raum für mildernde Umstände: „Für mich ist das Schwarz oder Weiß. Ich sehe nicht, wie diese Person weiterhin auf einem Kabinett funktionieren kann.“ Der Fall hat damit eine Debatte über politische Kommunikation, journalistische Täuschung und die Verantwortung von Mitarbeitern in Ministerkabinetten ausgelöst.

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