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Digitale Inklusion? Fast vier von zehn Belgiern sind digital benachteiligt

Die digitale soziale Ungleichheit geht in Belgien nicht wirklich deutlich zurück. Sie verlagert sich vom reinen Zugang zur digitalen Welt hin zur Qualität der Ausstattung und der Verbindungsbedingungen. Dies geht aus dem Barometer für digitale Inklusion hervor, das alle zwei Jahre von der König-Baudouin-Stiftung veröffentlicht wird. Fast vier von zehn Belgiern (42 % der 16- bis 89-Jährigen) befinden sich in einer sogenannten „digitalen Schwächelage“. Bei Personen mit niedrigem Bildungsabschluss steigt dieser Anteil sogar auf mehr als 70 % an.

Andreas Kockartz
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Das Barometer, das auf Daten des belgischen Statistikamtes Statbel basiert, ermöglicht es alle zwei Jahre, „das Phänomen der digitalen sozialen Ungleichheit in Belgien objektiv zu erfassen“, erklärt Périne Brotcorne, Forscherin an der UCLouvain (die Katholische Universität Neu-Löwen in Wallonisch-Brabant) und gemeinsam mit Koen Ponnet von der Universität Gent (UGent) für diese Studie verantwortlich.

Wie bereits 2024 (40 %) sind fast vier von zehn Personen (39 %) im Alter von 16 bis 74 Jahren digital benachteiligt. Das bedeutet, dass diese Personen das Internet nicht nutzen und – nach den Kriterien des europäischen Statistikamtes Eurostat – nur über geringe digitale Kompetenzen verfügen. Bezieht man die 75- bis 89-Jährigen in die Gruppe mit ein, steigt dieser Anteil auf 42 %.

Zudem nutzen 36 % der Internetnutzer mit niedrigem Bildungsabschluss in Belgien keine Online-Verwaltungsdienste – das ist viermal so viel wie bei Personen mit Hochschulabschluss. Auch fast vier von zehn Internetnutzern, die ausschließlich per Smartphone auf das Web zugreifen, nutzen diese öffentlichen Dienste nicht.

Und KI?

Auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zeigen sich Unterschiede zwischen den Generationen. Drei Viertel der 16- bis 24-Jährigen haben in den drei Monaten vor der Umfrage generative KI genutzt, verglichen mit nur 8 % bei den 75- bis 89-Jährigen.

„Insgesamt verlagern sich die Ungleichheiten vom Zugang zu digitalen Diensten hin zur Qualität der Ausstattung und der Verbindungsbedingungen. Und innerhalb des digitalen Umfelds selbst verschieben sie sich hin zur Beherrschung entscheidender Kompetenzen, zur Autonomie im Umgang mit wesentlichen Diensten und zur Aneignung von KI-Technologien“, resümiert Périne Brotcorne.

Lösungen gesucht

Der Wissenschaftlerin zufolge ist die Förderung der Nutzung digitaler Werkzeuge und des Internets keine langfristige Lösung, um Ungleichheiten zu verringern: „Eine massenhafte Verbreitung der Nutzung führt nicht zwangsläufig zu einer Demokratisierung. Die Massennutzung ist zwar bereits im Gange, wird aber angesichts der zunehmenden Komplexität der digitalen Welt nicht zu einem Abbau von Ungleichheiten führen. Wir erleben eine Entwicklung hin zur aufgezwungenen Nutzung – ein Modell, das davon ausgeht, dass die Menschen den Wunsch verspüren, vorgeschriebene Nutzungsweisen zu erlernen. Das ist ein Trugschluss. Dieser Zwangskurs schafft eine Kluft zwischen den Bürgern und den öffentlichen Institutionen.“

Abhilfe schaffen

Es werden weiterhin Initiativen ergriffen, um die digitale Teilhabe in der Bevölkerung zu fördern und diese Zugangsungleichheiten abzubauen: Beispiele hierfür sind aktuell die „Semaine Numérique“ in der Wallonie und in Brüssel sowie die „Digitale Week“ in Flandern, „Digitale Wochen“, die für den Zeitraum vom 6. bis 16. Oktober geplant sind.

Ältere Menschen haben es nicht wirklich leicht in der digitalen Welt

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