Die Christliche Krankenkasse (CM) in Belgien ruft die Bundesregierung dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit Langzeitkranke nicht in finanzielle Probleme oder gar in Armut geraten. Aus einer eigenen Studie der Krankenkasse ist ersichtlich, dass Betroffene z.B. nicht selten Arztbesuche aufschieben, weil sie die finanziellen Folgen befürchten. Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, flämische Sozialisten) ist der Ansicht, dass ein Job die beste Medizin gegen Armut sei.
Belgien: Langzeitkranke landen nicht selten in soziale Schieflage – Ist arbeiten die beste Medizin?
Langzeitkranke geraten nicht selten in die Armutsspirale durch ihr geringes Ersatz-Einkommen. Davor warnt der Vorsitzende der Christlichen Krankenkasse in Belgien, Luc Van Gorp.
Er rief die Bundesregierung gegenüber VRT NWS dazu auf, Maßnahmen gegen die Verarmung von Langzeitkranken zu ergreifen: „Wir weisen zudem darauf hin, dass auch gesichert werden muss, dass diese Leute ihre Energiekosten weiter zahlen können. Sie müssen also Zugang zu den Sozialtarifen für Energie erhalten.“
Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke reagierte umgehend auf den Apell der Christlichen Krankenkasse und sagte, dass ein Arbeitsplatz der beste Schutz gegen Armut sei. Die Regierung wolle Langzeitkranke dabei unterstützen, sich wieder auf den Arbeitsmarkt zu begeben. Entsprechende Begleitung sei möglich.
Gesundheitsminister Vandenbroucke wies zudem darauf hin, dass das Krankenkassen-Drittzahler-System auf alle Bereiche des Pflege- und Gesundheitswesen ausgeweitet worden sei, was zur Folge habe, dass die Patienten weniger Eigenleistungen bei Behandlungen bzw. Arztbesuchen zahlen müssten.
In dieser Hinsicht sei zudem bei Patienten mit erhöhtem Anspruch auf Kostenrückerstattung ein maximal nach oben begrenztes Limit bei Honorarzuschlägen festgelegt worden.
