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Maurice Materlinck

In China wird eine Rhododendron-Sorte nach Belgiens einzigem Nobelpreisträger für Literatur, Maurice Maeterlinck, benannt

Die chinesische Stadt Kunming benennt eine neue Rhododendron-Sorte nach dem Genter Schriftsteller Maurice Maeterlinck, dem einzigen Belgier, der jemals den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat. Die Namensgebung bezieht sich auf seinen Essay über Blumen und Pflanzen, der in diesem Jahr erstmals ins Chinesische übersetzt wurde. Maeterlinck ist in China zudem sehr bekannt, da sein Werk „Der blaue Vogel“ dort zur Pflichtlektüre an Grundschulen gehört.

Andreas Kockartz Belga
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Maeterlinck erhielt 1911 den Nobelpreis für Literatur. Er stammte aus dem wohlhabenden Genter Bürgertum und schrieb daher auf Französisch. Viele chinesische Kinder kennen seinen Namen schon von klein auf. "Kinder in China lesen 'Der blaue Vogel' als Pflichtlektüre, und deshalb kennen sie auch Maurice Maeterlinck", sagte sein Großneffe Nicolas Maeterlinck.

Die Entscheidung, einen Rhododendron nach Maeterlinck zu benennen, bezieht sich auf seinen Essay "L’intelligence des fleurs" von 1907 (niederländisch: "Het leven der bloemen", deutsch "Das Leben der Blumen"). Darin untersuchte er die Eigenschaften, Anpassungsfähigkeit und Überlebensstrategien von Pflanzen.

„Dieses Werk wurde kürzlich ins Chinesische übersetzt und das war im Wesentlichen der Grund für die Benennung der Blume nach ihm. Maurice Maeterlinck verfasste zahlreiche botanische und philosophische Betrachtungen“, so der Großneffe des so gewürdigten Literaten. Chinesische Forscher, die im Botanischen Garten Gent forschen, stellten die Verbindung zwischen Maeterlinck und der Blume her.

Ich durfte die Blume aus sechs Sorten auswählen“

Nicolas Maeterlinck

Auch Nicolas Maeterlinck durfte schließlich wählen - ihm wurden Fotos von sechs verschiedenen Varianten präsentiert. „Ich durfte das anhand der Fotos auswählen, die sie mir geschickt hatten. Es stellte sich heraus, dass es ein Alpen-Rhododendron sein sollte. Ich kenne mich damit nicht so gut aus, aber es soll eine kleinere Sorte sein als die, die wir hier in unseren Gärten als große, massive Pflanzen mit rosa Blüten kennen. Ich dachte, es sei auch eine winterharte Blume.“

„Ich habe zunächst versucht, die Entscheidung an die Maurice-Maeterlinck-Stiftung weiterzugeben, aber die haben sie mir wieder zugeschoben“, lacht Nicolas: „Ich habe ja schon etwas Erfahrung aus meinem Beruf. Ich habe mich mal auf Gartenfotografie spezialisiert, also hoffe ich, dass ich eine einigermaßen gute Wahl getroffen habe.“

Maurice Maeterlincks Urgroßneffe wählte eine weiße Blume, die einzige weiße inmitten von rosa und violetten: „Ich habe versucht, mich von Maurice Maeterlincks Werk und auch von der Zeit, in der er lebte, nämlich dem Jugendstil und Art déco, inspirieren zu lassen. Deshalb dachte ich, eine weiße Blume würde am besten zu ihm passen.“

„Eine unglaubliche Ehre“

„Dass eine Rhododendron-Sorte aus Yunnan heute den Namen Maeterlinck trägt, ist eine besonders schöne Art, sein Werk wieder ins Rampenlicht zu rücken und es mit der Natur zu verbinden“, fügte Nicolas hinzu: „Es ist eine unglaubliche Ehre zu wissen, dass sein literarisches Schaffen und seine Ideen heute in China so großen Anklang finden.“

Bruno Angelet, der belgische Botschafter in China, bezeichnet die Benennung als „eine wunderbare Brücke zwischen dem belgischen Kulturerbe und der botanischen Expertise Yunnans“.

Die offizielle Benennung des Rhododendrons „Maeterlinck“ fand vor einigen Tagen im Rahmen einer Zeremonie in Kunming, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Yunnan, statt. Die Zeremonie war Teil der Feierlichkeiten zum 55-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Belgien und China.

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