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Autozulieferer Plasman schließt sein Werk in Gent: Die letzten 210 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Der kanadische Zulieferer für die Autoindustrie, Plasman, schließt sein Werk in Gent endgültig. Dies wurde am Mittwoch im Rahmen einer außerordentlichen Betriebsratssitzung bekannt gegeben und von den Gewerkschaften bestätigt. Insgesamt gehen beim Volvo-Zulieferer über 300 Arbeitsplätze verloren. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass rund 130 direkt für Volvo tätige Mitarbeiter von Plasman ihre Stellen verlieren würden.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Entlassungen erfolgen zwischen Ende Dezember und Ende Juni im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften in Belgien zu Massenentlassungen. Der Stellenabbau wird in mehreren Schritten durchgeführt. Eine erste, bereits angekündigte Phase betrifft 95 Festangestellte, darunter rund 75 Arbeiter und 20 Angestellte, sowie etwa 60 Zeitarbeiter oder befristet Beschäftigte.

Laut Gewerkschaftskreisen betrifft der verbleibende Teil des Werks weitere 210 Mitarbeiter.

Keine Aufträge mehr für BMW

Plasman produziert in Gent Kunststoffteile für die Automobilindustrie, vorwiegend Stoßfänger-Systeme, die dort lackiert und vormontiert werden. Neben Volvo belieferte das Genter Werk auch BMW/Mini für die Produktion in Deutschland.

Laut Marc Staelens, Gewerkschaftsvertreter der sozialistischen ABVV, ist die Schließung des gesamten Werks eine Folge der Einstellung der BMW-Aktivitäten: „Die Autohersteller im Westen produzieren teure Fahrzeuge und stehen zudem in starkem Wettbewerb mit günstigeren Autos aus China, was den Markt durcheinanderbringt.“

Schlag für die Mitarbeiter - Entschädigungszahlungen

Die Nachricht trifft die betroffenen Mitarbeiter hart, sagte Staelens. Besonders die langjährigen und älteren Mitarbeiter blicken pessimistisch in die Zukunft. „Gerade mit über 45 oder 50 wird es immer schwieriger, einen Job zu finden“, so der Gewerkschaftler.

Darüber hinaus befürchtet er, dass die neue Gesetzgebung zur Begrenzung des Arbeitslosengeldes in Belgien älteren Mitarbeitern auf Jobsuche zusätzliche Schwierigkeiten bereiten wird: „Ich befürchte, es wird für diese Leute nicht einfach sein, innerhalb von zwei Jahren eine neue Stelle zu finden.“

Für die letzte Gruppe der betroffenen Mitarbeiter liegt bereits eine Sozialvereinbarung vor. Genau wie ihre Kollegen aus der vorherigen Entlassungsrunde bei Volvo erhalten sie zusätzlich zur gesetzlichen Abfindung und zur Schließungsprämie eine Entschädigung, deren Höhe von ihrer Betriebszugehörigkeit abhängt.

1987 gegründet

Das Werk in Gent wurde 1987 von dem norwegischen Unternehmen Raufoss gegründet, das bereits seit einiger Zeit Teile an Volvo lieferte. Die Stoßfänger-Produktion begann dort 1988. Das Werk firmierte später unter dem Namen Plastal und wurde 2016 von der kanadischen Plasman Group übernommen. Von den 12 Zulieferern für die Automobilindustrie in Belgien, die Anfang der 2000er-Jahre noch existierten, sind laut nach dieser Schließung nur noch zwei übrig.

Das sind MC Syncro, ein Unternehmen, dass Reifen auf Felgen aufzieht, und Adient, ein Unternehmen, dass Sitze bezieht. Syncro in Desteldonk (Gent) arbeitet nicht nur für Volvo Cars in Gent, sondern auch für Volvo in Schweden. Adient in Assenede (ebenfalls bei Gent) hat gerade einen neuen Auftrag erhalten und hat damit zumindest für die nächsten vier Jahre Arbeit.

Plasman arbeitete lange und eng mit Volvo Cars in Gent zusammen

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