Das reale Wachstum der Löhne und Gehälter (zusätzlich zur Inflation) in Belgien wird in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,89 Prozent steigen. Mehr als 38 % der Arbeitnehmer erhalten dadurch keine Gehaltserhöhung, die über die gesetzliche Indexierung hinausgeht. Dies geht aus einer Studie des Personaldienstleisters Randstad hervor, die auf Daten zu mehr als 375.000 Gehaltspaketen und über 400 verschiedenen Funktionen in 1.121 Unternehmen basiert.
Vier von zehn Belgiern erhalten dieses Jahr keine Gehaltserhöhung, die über der Inflationsrate liegt
Die Arbeitgeber in Belgien bleiben in Sachen Gehaltserhöhungen zurückhaltend, denn sie befürchten ausufernde Lohnkosten. Laut HR-Dienstleister Randstad sind Arbeitgeber aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit seit Jahren sehr vorsichtig in dieser Frage.
Um die Netto-Kaufkraft trotz knapperer Personalbudgets zu stützen, setzen Arbeitgeber verstärkt auf variable Vergütungsbestandteile wie Optionsscheine und auf Bonuszahlungen. Zudem gewährt mittlerweile ein Viertel der Unternehmen Einkaufs-Gutscheine oder ähnliches bis zur Höchstgrenze.
Diese sogenannten „Warrants“ geben den Arbeitnehmern das Recht, diese zu einem bestimmten Preis auch zu verkaufen und ihn so gegen Geld eintauschen.
„Die automatische Indexierung schützt die Kaufkraft der belgischen Arbeitnehmer vor der Inflation, doch wir sehen, dass der Spielraum für Reallohnwachstum erheblich unter Druck steht“, erklärt Wouter Beuckels, Vergütungsexperte bei Randstad gegenüber VRT NWS: „Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Zurückhaltung müssen Unternehmen bei ihren fixen Personalkosten äußerst vorsichtig agieren.“
