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Der belgische Mondrover LUVMI-M

An Bord der Rakete von Jeff Bezos: 2029 fliegt erstmals ein belgischer Mondrover ins All

Anfang 2029 wird zum ersten Mal ein belgischer Mondrover zum Mond fliegen. Das Roboterfahrzeug wurde vom Raumfahrtunternehmen Space Applications Services (SpaceApps) aus Zaventem in Flämisch-Brabant entwickelt. Es wird an Bord der neuen Rakete von Amazon-Gründer Jeff Bezos in Richtung Mond fliegen.

Wim De Maeseneer Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Derzeit befindet sich der LUVMI-M noch sicher auf dem Gelände von Space Applications Services (kurz SpaceApps) in Zaventem. Doch wenn alles nach Plan läuft, wird er in zweieinhalb Jahren am Südpol des Mondes unterwegs sein – als erster belgischer Mondrover überhaupt. Das Roboterfahrzeug (auch Moon- oder Mondrover genannt) wiegt 20 Kilogramm, kann 20 Kilogramm Instrumente transportieren und ist etwa so groß wie ein Backofen einer Einbauküche auf Rädern.

Er wurde vollständig in Zaventem entwickelt und gebaut. Auch die Steuerung erfolgt vom Kontrollzentrum von SpaceApps in Zaventem aus. SpaceApps gab jetzt bekannt, dass das Flugticket zum Mond bereits gebucht sei. Anfang 2029 wird der Rover LUVMI-M mit Blue Origin, der Rakete des amerikanischen Raumfahrtunternehmens des Milliardärs und Amazon-Gründers Jeff Bezos, ins All fliegen dürfen.

„Meilenstein“

SpaceApps bezeichnet dies als „wichtigen Meilenstein für die belgische Raumfahrtindustrie“. „Wir freuen uns sehr, heute bekannt geben zu können, dass wir uns als belgisches Unternehmen einen Platz an Bord der Blue Origin MK 1, dem neuen unbemannten Mondlander von Blue Origin, sichern konnten“, so Projektleiter und Luft- und Raumfahrtingenieur Simon Vanden Bussche.

Der LUVMI-M fuhr bereits im April erstmals auf einer großen, nachgebildeten Mondlandschaft der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Köln. „Diese Tests verliefen sehr erfolgreich“, sagt Vanden Bussche: „In einer nächsten Testphase werden wir sehen, ob unser Rover auch die extremen Temperaturen am Südpol des Mondes und die Vibrationen beim Start übersteht.“

Video: Im April wurde LUVMI-M bereits auf der simulierten Mondlandschaft der ESA in Köln getestet

ANSEHEN

Explodierte Rakete

Auch das Raumfahrtunternehmen Blue Origin steht noch vor einigen großen Herausforderungen. Die Rakete, die alles ins All befördern sollte, die New Glenn, explodierte Anfang des Jahres auf der Startrampe. Blue Origin arbeitet weiterhin an der Behebung der Schäden.

Die New Glenn hat bisher nur zwei erfolgreiche Flüge absolviert. Beim dritten Start gelang es der Rakete nicht, einen Satelliten im Wert von mehreren zehn Millionen Euro in die korrekte Erdumlaufbahn zu bringen. Der Satellit stürzte schließlich ab und verglühte in der Atmosphäre.

Die Mondlandefähre, die den belgischen Rover auf der Mondoberfläche absetzen soll, ist noch nie geflogen. „Dennoch sind wir fest davon überzeugt, dass alles gut gehen wird“, sagt Vanden Bussche:. „Fehlstarts gehören einfach zu neuen Raketen dazu. Das war bei SpaceX am Anfang auch so. Blue Origin hat schon einige Zwischenfälle hinter sich, aus denen das Unternehmen hoffentlich viel gelernt hat. Die NASA hat Blue Origin kürzlich mehrere wichtige Mondmissionen übertragen, was zeigt, dass auch sie Vertrauen in die Fähigkeiten des Unternehmens und der Rakete hat. Daher sind wir nicht sehr besorgt.“

Finanzierung aus eigener Tasche

Die gesamte Mission wird vollständig kommerziell finanziert, ohne dass eine Raumfahrtagentur die Mission oder die Betriebskosten übernimmt, so das Unternehmen. Lediglich die Entwicklung des LUVMI-M wurde teilweise von der ESA finanziell unterstützt. Das Unternehmen möchte nicht offenlegen, wie viel SpaceApps für den Flug mit Blue Origin bezahlt.

Bei erfolgreichem Verlauf plant SpaceApps, den LUVMI-M langfristig zu vermieten. Raumfahrtorganisationen, Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen könnten dann Experimente oder Instrumente auf dem Rover installieren und diese auf dem Mond testen. Alternativ können sie den Rover auch komplett erwerben, um ihre eigene Mondmission durchzuführen.

Der LUVMI-M auf dem ESA-Testmond in Köln

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