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Ausgrabungen in Mesen: „Überreste einer Abtei aus dem 11. Jahrhundert zu sehen“

An diesem Mittwoch öffnet Mesen bei Ypern in der Provinz Westflandern eine archäologische Ausgrabungsstätte für die Öffentlichkeit, auf der die Überreste der ehemaligen Abtei der Stadt ausgestellt sind. Bei den Ausgrabungen stießen Archäologen auf Funde aus dem 11. Jahrhundert. „Mesen hatte einst eine zentrale und bedeutende Funktion“, so der Archäologe Jasper Deconynck.

Andreas Kockartz
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Im Rahmen eines Wohnbauprojekts in der Daalstraat führen Archäologen Ausgrabungen an der Stelle in Mesen durch, wo einst eine Abtei stand. Die meisten Hinweise auf diese Abtei sind verschwunden. „Es gibt aber noch Spuren in der Landschaft“, bemerkte Jasper Deconynck vom Archäologiebüro Ruben Willaert gegenüber VRT NWS.

Die Abtei wurde im 11. Jahrhundert erbaut und durchlief bis ins frühe 20. Jahrhundert eine lange Entwicklungsphase. Im Ersten Weltkrieg wurde sie jedoch stark zerstört und große Teile des Klosters wurden abgerissen. Mesen blickt bei den Ausgrabungen auf eine über 800 bis 900 Jahre alte, reiche Geschichte zurück, die die Archäologen in den kommenden beiden Wochen zu rekonstruieren versuchen.

Vier Bauphasen der Abtei

Die Archäologen entdeckten auf dem Gelände eine fast einen Meter breite Mauer aus Eisensandstein. Diese Mauer verläuft quer über das gesamte Projektgebiet von Norden nach Süden und bildet dabei einen Winkel von etwa 90 Grad. „Das bedeutet, dass die Konturen, die wir aus dem 18. Jahrhundert freilegen, auf einen Abschnitt zurückgehen, der bereits im 13. Jahrhundert existierte,“ so Deconynck.

Der Archäologe Jasper Deconynck

Anschließend wurden verschiedene neue Ziegelfundamente errichtet in insgesamt vier Bauphasen: „Auf Grundlage der archäologischen Forschung versuchen wir jetzt, die Bauphasen genauer zu datieren, innerhalb eines bestimmten Jahrhunderts oder mehrerer Jahrhunderte. So wollen wir eine chronologische Darstellung des Baus und der Anlage des Klosters erstellen.“

Bäckerei und Pferdestall

Anhand von Plänen aus dem Jahr 1776 konnten die Archäologen feststellen, dass sich auf dem Gelände eine Bäckerei und ein Pferdestall befanden. Aufgrund der schweren Zerstörungen im Ersten Weltkrieg ist es allerdings schwierig, die gefundenen Überreste genau diesen Funktionen zuzuordnen. „Die Fußböden sind nicht erhalten. Wir müssen uns daher hauptsächlich auf die Fundamentreste stützen“, erklärt Deconynck.

Die Spuren des Krieges sind auf dem Gelände deutlich sichtbar. Die Archäologen fanden Bombenkrater und Munition sowie Ausrüstungsteile von Soldaten. In den zugeschütteten Kellern befindet sich noch immer Munition: „Das Projektgebiet wurde im Ersten Weltkrieg schwer durch Beschuss beschädigt.“

Fundstücke auch aus dem Ersten Weltkrieg

Älteste öffentliche Einrichtung

Die Königliche Institution von Mesen, die älteste öffentliche Einrichtung Belgiens, befand sich ebenfalls in diesem Gebiet. Dank der Einnahmen aus den umfangreichen Ländereien und Bauernhöfen, die der Institution gehörten, konnte sie bedürftige Kinder und Waisen von Militärangehörigen betreuen und ausbilden.

„Man würde heute nicht vermuten, dass Mesen eine so bewegte Geschichte hat. Erst wenn man sich mit historischen und archäologischen Quellen auseinandersetzt, erkennt man, dass der Ort einst eine zentrale und bedeutende Funktion innehatte. Wir versuchen jetzt, diese Zeit Stück für Stück zu rekonstruieren, Mesens einstige Größe wiederherzustellen und die Geschichte in Bild und Ton wieder zum Leben zu erwecken,“ so der Archäologe.

Die Ausgrabungsstätte wird a, diesem Mittwoch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Es gehört zu unseren Aufgaben als archäologisches Unternehmen, die Ausgrabungen in dieser ersten Phase der Öffentlichkeit zu präsentieren“, so Deconynck.

Das Rathaus von Mesen

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