Egbert Lachaert (Foto) verlässt die liberale Partei Anders in Flandern. Künftig wird er als Unabhängiger im flämischen Landesparlament sitzen. Lachaert war jahrelang eine führende Figur bei den flämischen Liberalen und Vorsitzender der damaligen Open VLD (heute Anders). Während der Amtszeit seines Parteikollegen Alexander De Croo als belgischer Premierminister war er sehr präsent in der flämischen Landes- und in der belgischen Bundespolitik.
Führender flämischer Liberaler verlässt unzufrieden seine Partei
Egbert Lachaert verlässt die flämischen Liberalen aus mehreren Gründen. In einem Facebook-Post äußert er Bedenken hinsichtlich der Ausrichtung der Partei und ihrer Organisation. Vor allem aber fühle er sich dort menschlich nicht mehr zu Hause.
Zwischen ihm und dem heutigen Anders-Vorsitzenden Frédéric De Gucht funktionierte es nicht, warum auch immer. Genau wie Lachaert weist auch De Gucht ein dezidiert rechtsgerichtetes sozioökonomisches Profil auf. Beide dürften daher eigentlich in der Zielsetzung der Partei - die sozioökonomische Politik mit klassischen „dunkelblauen“ Rezepten der konservativen Parteien zu beeinflussen – übereinstimmen, so VRT NWS-Politikanalyst Ivan De Vadder.
Lachaert war von 2020 bis 2023 Vorsitzender der liberalen Partei, die damals noch Open VLD hieß. Bereits vor knapp zwei Wochen trat er als Fraktionsvorsitzender im Flämischen Parlament zurück. Lachaert ist außerdem Bürgermeister von Merelbeke-Melle in der Provinz Ostflandern, was er auch ohne Parteizugehörigkeit bleiben möchte.
Sein Rückzug kommt nicht bei allen (ehemaligen) Parteikollegen gut an. Bei einigen heißt es, dass man Politik „gemeinsam in guten und in schlechten Zeiten“ betreibe.

