Die Pflege von Menschen, die an Demenz leiden, kostet Belgien mehr als 7 Mia. € pro Jahr. Dies ist aus einer Studie des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano ersichtlich, die die gemeinnützige Stiftung „Stop Alzheimer“ in Auftrag gegeben hatte. Die größten Kosten, die dabei entstehen, betreffen die medizinische Pflege und die langfristige Unterbringung in entsprechenden Einrichtungen.
Alzheimer-Tag: Die Pflege von Demenzkranken kostet Belgien 7 Mia. € pro Jahr
„Stop Alzheimer“ ruft an diesem Welt-Alzheimer-Tag dazu auf, weiter in die Erforschung dieser Krankheit zu investieren, damit die entsprechenden Kosten beherrschbar bleiben.
In Belgien leben derzeit etwa 214.700 Menschen, die an Alzheimer leiden und diese Zahl wird angesichts der fortschreitenden Vergreisung bzw. Alterung der Bevölkerung in den kommenden Jahren weiter steigen. Schätzungen zufolge wird diese Krankheit bis 2050 bis zu 353.000 Menschen in unserem Land betreffen.
Diese Entwicklung bringt nicht nur enorme Herausforderungen bei denen, die an dieser Krankheit leiden, mit sich, sondern auch für Bevölkerung und Gesellschaft, so Sciensano, wo berechnet wurde, dass Demenz und Alzheimer den Staat jährlich über 7 Mia. € kosten.
Pflege zu Hause
Für Familienmitglieder und Angehörige, die demenzkranke Menschen zuhause pflegen, ist dies eine enorme Aufgabe, denn nicht selten handelt es sich hier um eine permanente Rundum-Aufgabe, die dazu noch unbezahlt ist. Masja Schmidt, die an dieser Studie für Sciensano mitarbeitete, sagte gegenüber VRT NWS, dass diese Heimpflege einen erheblichen wirtschaftlichen Aufwand darstellt: „Viele der Betroffenen arbeiten weniger oder gehen früher in Rente. Sie opfern ihre Freizeit und andere Aktivitäten, um für ihre Nächsten zu sorgen.“
Der entsprechende wirtschaftliche Wert dieser Leistungen wird in der Sciensano-Studie auf jährlich rund 2,9 Mia. € geschätzt. Würde diese Art der Pflege von professionellen Kräften erledigt, würde sich dieser Wert auf über 10,6 Mia. € vervielfachen.
Jetzt handeln
„Diese Zahlen zeigen, dass wir jetzt handeln müssen“, so Bernd Samyn von „Stop Alzheimer“: „Investitionen in Forschung, frühzeitige Diagnose und eine bessere Unterstützung der familiären Pflege sind notwendig, um die Folgen von Demenz in Zukunft beherrschbar zu halten.“
Nur zielgerichtete Medikamente könnten die hohen Kosten drastisch nach unten drücken, so Samyn, „doch so weit sind wir noch nicht, aber bis dahin kann nach Wegen gesucht werden, um diese Krankheit erträglicher und bezahlbarer zu machen.“
