Bis 2034 werden Rechen- und Datenzentren in Belgien achtmal so viel Strom benötigen wie heute. Das geht aus Zahlen des Netzbetreibers Elia hervor, über die die flämische Tageszeitung De Standaard berichtet. Ein Datenzentrum ist ein sicherer Ort, an dem Daten gespeichert und übertragen werden, beispielsweise für KI-Abfragen. Immer mehr Rechenzentren wollen/sollen sich in Belgien ansiedeln, doch diese benötigen enorme Mengen an Strom.
Herausforderung auch in Belgien: Die Stromversorgung der Datenzentren
Die bereits in Belgien ansässigen Datenzentren verbrauchen im Durchschnitt so viel Strom wie fast eine Million Privathaushalte und dieser Verbrauch wird sich in den kommenden Jahren um ein Vielfaches erhöhen. Infolgedessen könnte das hiesige Stromnetz überlastet werden.
In den letzten Jahren wurden in Europa viele Rechenzentren neu errichtet und unsere Nachbarländer stoßen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Daher suchen Betreiber von Datenzentren in unserem Land nach neuen Standorten.
Es gibt hierzulande bereits rund 40 solcher Zentren, beispielsweise das von Google in der wallonischen Provinz Hennegau.
Zahlreiche Anträge von Datenzentren zur Erweiterung ihrer Kapazitäten liegen überdies den belgischen Behörden vor. Sie würden statistisch gesehen in acht Jahren den achtfachen Strombedarf im Vergleich zu heute benötigen. Auch das übersteigt die Prognosen des Netzbetreibers Elia. Die Frage ist daher, ob unser Stromnetz dieser zusätzlichen Belastung gewachsen sein wird.
Neues Datenzentrum in Lanaken?
Das niederländische Unternehmen Switch Datacenters z.B. möchte in Lanaken in der flämischen Provinz Limburg ein riesiges Datenzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Sappi-Papierfabrik errichten (Video oben). Das Unternehmen will rund 8 der dortigen 27 Hektar Gelände bebauen.
Die Investition könnte sich auf bis zu einer Milliarde Euro belaufen und das Zentrum soll zwischen 150 und 250 neue Arbeitsplätze schaffen, wie aus dem Rathaus von Lanaken verlautet. Das wäre die größte ausländische Investition in der Provinz Limburg überhaupt…


