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Zwei von drei Arbeitsuchenden in Belgien bekommen nach einer Bewerbung keinen Feedback

Zwei von drei Jobsuchenden in Belgien erhalten nie eine Rückmeldung auf ihre Bewerbung, nicht einmal eine Absage. Knapp 70 % werden nicht einmal zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen. Dies geht aus Zahlen des Personaldienstleisters Acerta hervor. Für Bewerber ist kann eine solche Funkstille oft demotivierend wirken, da sie viel Zeit und Mühe in ihre Bewerbung investieren“, so Acerta.

Andreas Kockartz
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65,5 % der Jobsuchenden geben an, überhaupt keine Rückmeldung auf ihre Bewerbung zu erhalten. Bei jungen Menschen liegt dieser Anteil bei 75,3 % und bei älteren Arbeitsuchenden bei 70,9 %. Selbst nach Tests oder Aufgaben erhalten rund 30 % keine Rückmeldung. Das ist ein Anstieg im 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Ebenfalls auffällig: 68,5 % der Bewerber werden selten oder (fast) nie zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen. Auch hier erleben dies junge Menschen und Personen über 50 häufiger. 

Für Bewerber ist diese Funkstille oft demotivierend, da sie natürlich viel Zeit und Mühe in ihre Bewerbung investieren"

Naomi Ruelens, Acerta

Diese Zahlen stammen aus einer Studie des Personaldienstleisters Acerta. „Für Bewerber ist diese Funkstille oft demotivierend, da sie natürlich viel Zeit und Mühe in ihre Bewerbung investieren“, sagt Naomi Ruelens, Rekrutierungsexpertin bei Acerta.

„Wenn sie keine Antwort erhalten, bleiben unsicher. Das zeigt sich auch daran, dass viele proaktiv selbst Kontakt zu Arbeitgebern aufnehmen, um Feedback zu erhalten.“ Selbst wenn ein Kandidat im Bewerbungsprozess nicht ausgewählt wird, kann dieses Feedback wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Bewerbungen liefern.

Weniger offene Stellen, mehr Jobsuchende

Bart Buysse, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Unizo, erklärt gegenüber VRT NWS, dass jeder Bewerber eine Antwort verdient: „Aber es gibt auch Erklärungen dafür, warum in der Praxis manchmal etwas schiefgeht, insbesondere für die vielen KMU, die wir vertreten.“

Oft ist es eine Kombination von Umständen. „Die Personalsuche in KMU fällt oft jemandem zu, der gleichzeitig viele Aufgaben zu bewältigen hat“, so Buysse: „Häufig ist das der Firmeninhaber selbst, der neben der Bewerbung auch noch Kunden, Mitarbeiter und die Verwaltung betreut. Wenn sich mehrere Personen auf eine Stelle bewerben, bleibt weniger Zeit für die Beantwortung der Bewerbungen.“

Wir sehen weniger offene Stellen und mehr Arbeitssuchende. Das bedeutet mehr Bewerber pro Stelle und damit einen höheren Verwaltungsaufwand“

Bart Buysse, Unizo

Darüber hinaus hat sich der Arbeitsmarkt verändert: „Wir sehen weniger offene Stellen und mehr Arbeitssuchende. Das bedeutet mehr Bewerber pro Stelle, was den Verwaltungsaufwand erhöht und es schwierig macht, jeden Kandidaten einzeln zu kontaktieren. Wir betonen gegenüber Arbeitgebern immer wieder, wie wichtig es ist, zu antworten, auch wenn die Antwort nur kurz ist.“

Außerdem sei es wichtig, dass die Erwartungen von Arbeitgeber und Bewerber besser aufeinander abgestimmt seien, so Buysse: „Wir raten einerseits dazu, eine klare Stellen- und Anforderungsbeschreibung zu verfassen und Erwartungen gut zu formulieren. Andererseits empfehlen wir Bewerbern, sich nur auf Stellen zu bewerben, für die sie tatsächlich qualifiziert sind. Das kann Probleme und Frustrationen auf beiden Seiten vermeiden.“

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