Beim zweiten „Autonomous Summit“ wurde im Hafen Antwerpen demonstriert, wie autonome Technologien zunehmend eingesetzt werden. Dazu gehören selbstfahrende Lkw, ferngesteuerte Schiffe und Roboter. „Es wird immer schwieriger, Lkw-Fahrer oder Kapitäne zu finden. Diese Technologien können das Problem lösen“, so Rob Smeets, CEO des Fusionshafens Antwerpen-Zeebrügge.
Von selbstfahrenden Lkw bis zu ferngesteuerten Zügen: Der Hafen Antwerpen zeigt, dass „die Zukunft bereits begonnen hat“
Wer am Mittwoch den zweiten „Autonomous Summit“ im Hafen Antwerpen besuchte, fühlte sich sofort wie in einem Science-Fiction-Film. Doch es ist keine Fiktion: Führerlose Züge sind dort bereits unterwegs und Schiffe fahren ohne Kapitän durch den Hafen oder über die Schelde.
Im vergangenen Jahr lag der Fokus vor allem auf den Möglichkeiten. Dieses Jahr wurde darauf gelegt, welche Technologien bereits in der Praxis eingesetzt werden (können). Dank der kontrollierten Umgebung und der festgelegten Transportströme ist ein Hafen ideal für die Erprobung selbstfahrender Fahrzeuge. Umgekehrt sind diese Fahrzeuge wichtig, um die Logistik in den Häfen effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten.
Europäische Premiere
Beim ersten „Autonomous Summit“ fuhr erstmals ein vollautonomer Lkw auf öffentlichen Straßen im Antwerpener Hafengebiet. Ein Jahr später sind bereits ein ferngesteuerter Zug, ein ferngesteuertes Binnenschiff und diverse autonome Lkw unterwegs.
Das Unternehmen Zelostech präsentierte ein vollautonomes Logistikfahrzeug, das in Belgien ohne Fahrer oder Begleitschutz auf öffentlichen Straßen fahren darf. Laut Hafen ist dies eine europäische Premiere. Das Fahrzeug wird ein Jahr lang auf einer Route durch Stadt, Region und Hafen verkehren.
Lösung für mehrere Probleme
Im Herbst startet das erste kommerzielle Projekt mit einem autonomen Lastwagen, der Container zwischen dem linken und rechten Ufer von Antwerpen transportiert.
„Wir zeigen hier, dass die Zukunft bereits heute begonnen hat“, sagte Hafen-CEO Rob Smeets: „Mit all diesen autonomen Fahrzeugen werden wir unsere Häfen effizienter nutzen können. Zudem wird es immer schwieriger, Lkw-Fahrer oder Kapitäne zu finden. Und unsere Straßen sind verstopft. Wenn wir diese autonomen Lkw nachts fahren lassen, wären diese beiden Probleme gelöst.“
„Autonome Mobilität bietet Chancen, aber die Einführung muss sicher, verantwortungsvoll und rechtlich gut abgesichert sein“, ergänzt Bundesverkehrsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei): „Deshalb sind Tests wichtig, aber parallel dazu müssen wir auch für klare und aufeinander abgestimmte Regeln sorgen.“
