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Die Zweisprachigkeit der Brüsseler Polizei sinkt auf 45,1 % – Weniger als die Hälfte der Beamten spricht noch Niederländisch und Französisch

Die Zweisprachigkeit der Brüsseler Polizisten nimmt ab. Nur noch 45,1 % der Beamten können sich sowohl auf Französisch als auch auf Niederländisch verständigen. Dies geht aus der Antwort von Bundesinnenminister Bernard Quintin (MR, frankophone Liberale) auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktionsvorsitzenden des rechtsradikalen Vlaams Belang in der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament, Barbara Pas hervor. 

Andreas Kockartz
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„Für einen Flamen, der in unserer zweisprachigen Hauptstadt die Polizei rufen muss, ist die Wahrscheinlichkeit heute größer, dass ihm auf Niederländisch nicht geholfen werden kann, als dass es ihm gelingt“, so Pas. Zahlen belegen, dass am 1. Januar 2026 genau 3.008 der 6.672 Brüsseler Polizisten zweisprachig waren, also 45,1 %. Im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei 51,6 %.

Vlaams Belang bezeichnet die Unterschiede in den Kenntnissen der beiden Landes und Hauptstadtsprachen als besonders auffällig: So beherrschen beispielsweise 98,1 % der Brüsseler Polizeibeamten Französisch, aber nur 46,9 % Niederländisch. „Für Niederländischsprachige wird der Dienst in ihrer Muttersprache zunehmend zum Glückssache“, so Pas.

Sprachzertifikat

Vlaams Belang sieht im Einstellungsverfahren die Ursache für den weiteren Rückgang der Niederländisch-Kenntnisse. 292 neuen Beamten, die 2025 in Brüssel eingestellt wurden, waren z.B. nur 40 niederländischsprachig. Lediglich 8 % der neuen Rekruten verfügten über das erforderliche Sprachzertifikat.

„Wenn mehr als neun von zehn Neuzugängen ohne Sprachzertifikat eingestellt werden, ist es nicht verwunderlich, dass die Zweisprachigkeit weiter abnimmt“, sagt Pas und betont, dass Kommunikation von entscheidender Bedeutung sein kann, insbesondere bei Polizei und Sicherheitsdiensten.

Vlaams Belang fordert daher einen strukturellen föderalen Ansatz, insbesondere eine effektive Überwachung der Einhaltung des Sprachgesetzes bei der Einstellung und Ernennung. Pas kündigt an, Innenminister Quintin zu seinen Plänen zur Umkehr des Abwärtstrends zu befragen. „Die Zahlen zeigen ohnehin, dass ein paar unverbindliche Sprachkurse nichts bewirken“, so Pas.

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