Am Mittwochabend war über der Nordsee bei Westende nahe Middelkerke an der belgischen Nordseeküste kurz vor Sonnenuntergang eine Wasserhose zu sehen. Dieses Phänomen ist typisch für diese Jahreszeit. Die Wasserhose ist eine kleinere Variante eines Tornados und deutlich weniger gefährlich.
Beeindruckende Bilder zeigen eine Wasserhose über der Nordsee bei Westende
Solche Wasserhosen treten im September und im restlichen Herbst recht häufig auf. „Die obere Atmosphäre ist kalt, das Meerwasser hingegen warm“, erklärte der Meteorologe Geert Naessens dazu gegenüber VRT NWS am Mittwochabend: „Das funktioniert wie in einem Topf mit kochendem Wasser: Erst sprudelt es. Dann steigt eine wärmere Luftmasse auf, kühlt ab und bildet eine große Cumuluswolke. Aus einer solchen Wolke kann ein kleiner Tornado entstehen. Trifft er auf die Wasseroberfläche, saugt er das Wasser nach oben.“
„Dann entstehen beeindruckende Bilder, wie heute Abend bei Middelkerke. Normalerweise dauert ein Wasserwirbel nicht länger als fünfzehn Minuten.“ Sobald eine Wasserhose auf Land trifft, löst sie sich recht schnell auf. Sie hat zwar nicht die Wucht eines Tornados, ist aber dennoch spürbar.
„Wenn so eine Wasserhose über ein kleines Boot auf See hinwegfegt, kann dieses kentern“, warnt Naessens. „Auch wenn sie den Strand erreicht, kann die Turbulenz des Windes einen Sonnenschirm oder Strandstuhl in die Luft wirbeln.“ Sobald die Wasserhose den Deich erreicht, löst sie sich in der Regel vollständig auf.
Wasserhosen können ab Mitte August auftreten. „Das passiert, wenn kalte Luft aus den Polarregionen über das warme Meerwasser strömt. Die Oberseite einer solchen Cumuluswolke ist sehr kalt, während das Meerwasser warm ist. Dadurch entstehen diese kleinen Wasserhosen. Jetzt ist definitiv die Zeit für Wasserhosen.“
Sehen Sie sich das Video an, das VRT NWS von Sigrid Mahieu aus Westende zur Verfügung stellte:

