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Schwimmende Hochwasserschutzmauer für Antwerpen: Erster Test erfolgreich

Der erste Abschnitt der mobilen Hochwasserschutzmauer, die das Stadtzentrum künftig vor Überschwemmungen schützen soll, wurde jetzt an den Antwerpener Schelde-Kais getestet. Diese Mauer bleibt im Normalfall verborgen und fährt nur bei sehr hohem Schelde-Wasserstand aus.

Andreas Kockartz
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In den kommenden Jahren werden das Antwerpener Stadtzentrum und die Schelde-Kais weiter gegen Überschwemmungen geschützt. Kürzlich begann eine neue Bauphase in der Nähe des Gewerbegebiets Blue Gate. Insgesamt werden die Kais mittelfristig auf einer Länge von 7 km zusätzlich gesichert.

Bei Sturmfluten kann der Wasserstand extrem hoch ansteigen. Aus diesem Grund schützt eine Hochwasserschutzmauer aus Beton die Stadt seit den 1970er-Jahren. Aufgrund des steigenden Meeresspiegels und der zunehmenden Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse wird dieser Schutz langfristig nicht mehr ausreichen.

Vorbeitet auf höhere Wasserstände

Das neue Hochwasserschutzsystem an der Schelde wird um 90 Zentimeter von derzeit 1,35 Metern auf 2,25 Meter erhöht. Unweit der ehemaligen Lotsenstation wurde jetzt das erste „schwimmende“ Element des zukünftigen mobilen Hochwasserschutzsystems getestet. Da dieses Hochwasserschutzsystem mobil ist, bildet es keine permanente Barriere zwischen Stadt und Fluss.

Das Hochwasserschutzsystem ist in 99 % der Fälle nicht sichtbar und die Menschen können darüber laufen“

Oliver Femont, Aggères

„Das mobile Hochwasserschutzsystem ist in ein Becken in der Schelde integriert“, erklärt Oliver Femont von Aggères, dem Spezialistunternehmen für intelligente Hochwasserschutzsysteme, das hier aktiv ist: „In 99 % der Fälle ist das Hochwasserschutzsystem nicht sichtbar, und die Menschen können darüber laufen. Bei Sturmfluten hebt sich die Mauer automatisch.“

Die Mauer kann bei Bedarf auch 24 Stunden im Voraus angehoben werden. „Die mobile Mauer erreicht eine Höhe von 2,25 Metern; so hoch steht das Wasser noch nicht“, so Femont, „aber wir haben es mit dem Klimawandel zu tun, und Stürme treten immer häufiger auf. Solche Präventivmaßnahmen sind daher unerlässlich.“

„Weltpremiere“

Der erste getestete Abschnitt ist 27 Meter lang. Insgesamt wird diese erste mobile Hochwasserschutzwand auf einer Länge von 842 Metern installiert. „Das ist eine Weltpremiere“, sagt Annick De Ridder (N-VA, flämische Nationaldemokraten), Flanderns Ministerin für öffentliche Arbeiten: „Mobile Hochwasserschutzwände gibt es zwar schon, aber nicht über eine solche Länge.“

Der Test ist Teil des Masterplans für die Schelde-Kais. Im Zuge dessen wird das Gelände des früheren sogenannten Lotsenwesens in eine rund zwei Hektar große öffentliche Grünfläche umgewandelt. Flüsse, wie die Brouwersvliet, die Sint-Pietersvliet und die Koolvliet, sollen dabei wieder sichtbar gemacht, sprich aus ihren unterirdischen Röhren geholt werden.

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