Flanderns Wohnungsbauministerin Melissa Depraetere (Vooruit, fläm. Sozialisten) reagiert mit ihrer Aussage auf Meldungen, wonach 44 Gemeinden bereits eine Ausnahme von ihrer Verpflichtung zum Bau von Sozialwohnungen beantragt haben. Dies würde jedoch bedeuten, dass 3.355 Sozialwohnungen nicht gebaut werden. Die flämischen Grünen (Groen) haben dieses Thema aufgeworfen.
Flanderns Wohnungsbauministerin ist zuversichtlich, dass bis 2042 56.000 zusätzliche Sozialwohnungen gebaut werden
Unter anderem beantragt die Gemeinde Brasschaat in der Provinz Antwerpen eine Verschiebung bzw. eine Befreiung von dieser Verpflichtung. Die Gemeinde hat noch keine geeigneten Baugrundstücke gefunden und kann die Fristen für den Bau nicht einhalten.
Die flämische Regierung hatte bereits im April beschlossen, dass zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum geschaffen und dass entsprechende Projekte für sozialen Wohnungsbau in Angriff genommen werden müssen.
Dazu muss jede Gemeinde in Flandern ihren Beitrag leisten. Ministerin Depraetere betonte, dass nicht alle Anträge auf Befreiung bewilligt werden. Sie reagiert damit auf einen Bericht in der flämischen Tageszeitung De Morgen, demzufolge 44 Gemeinden in Flandern eine Ausnahme von ihrer Verpflichtung zum Bau von Sozialwohnungen beantragt haben.
Sie argumentieren z.B., dass Bauland zu knapp und zu teuer sei, um ausreichend Sozialwohnungen zu bauen. Diese potenziellen Ausnahmen betreffen jedoch nur einen kleinen Teil der Gesamtzahl der Kommunen, so Depraetere.
Und falls eine Gemeinde eine Ausnahmegenehmigung erhält, werden an anderer Stelle zusätzliche Sozialwohnungen geschaffen. Die flämische Sozialistin ist fest davon überzeugt, dass diese 56.000 zusätzlichen Sozialwohnungen tatsächlich gebaut werden.
Aktuell warten in Flandern rund 215.000 Familien auf eine Sozialwohnung. Durchschnittlich müssen sie auf einen Zuschlag fast 5 Jahre warten.
