Die Stadt Beringen in der Provinz Limburg wird beim belgischen Verteidigungsministerium eine Genehmigung zur Wildschweinjagd auf dem Gelände vom Lager Beverlo beantragen. In diesem Jahr gingen bereits 120 Meldungen über Wildschweine ein, die in den Gärten der Bürger Zerstörungen anrichten - fast so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. „Die Jagd auf Wildschweine ist in Wohngebieten verboten und auf Militärgelände ist sie nur mit Genehmigung des Verteidigungsministeriums möglich“, so der Tierschutzdezernent der Stadt, Werner Janssen (N-VA, fläm. Nationaldemokraten).
Beringen in Limburg beantragt eine Genehmigung zur Wildschweinjagd auf einem Militärgelände
In den letzten Wochen ist die Zahl der Wildschweinschäden in Beringen stark angestiegen. So wurden beispielsweise in der Ulfortstraat im Ortsteil Beverlo zahlreiche Gärten umgegraben. Einige Anwohner hatten bereits zum zehnten Mal Besuch von den Tieren.
„Wildschweine können über die Website der Stadt gemeldet werden. Wir verzeichnen derzeit einen deutlichen Anstieg der Meldungen“, erklärt der Schöffe für Tierschutz der Stadt, Werner Janssen, gegenüber VRT NWS: „2024 gab es 54 Meldungen. Letztes Jahr waren es 127 und dieses Jahr liegen wir bereits bei 120 - und das noch vier Monate vor dem Jahreswechsel. Das Problem ist, dass es dieses Jahr in der Natur reichlich Nahrung gibt und die Wildschweine viele Junge haben. Dadurch hat die Belästigung zugenommen.“
Wie funktioniert die Meldestelle?
Nach Eingang einer Meldung fahren Jäger des örtlichen Forstamtes zum Ort des Geschehens, versichert die Stadt. „Sie beurteilen dann, ob die Wildschweine vertrieben oder erlegt werden müssen. Die Jagd ist jedoch in Wohngebieten verboten. In Naturschutzgebieten ist sie erlaubt, aber auf militärischem Gelände benötigen Jäger zuvor eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums“, erklärt Janssen.
„Wir haben bereits Kontakt zum Kabinett des Verteidigungsministers aufgenommen, um weitere Unterstützung zu erhalten“, so Janssens. Der Ortsteil Beverlo grenzt unmittelbar an die gleichnamige Kaserne und deren Gelände. Camp Beverlo ist das flächenmäßig größte Militärlager in Flandern und dort haben sich zahllose Wildschweine niedergelassen. Hauptsitz und die eigentlichen Kasernen befinden sich in der Nachbargemeinde Leopoldsburg.
Pilotprojekt im Stadtteil Steenveld
Im Stadtteil Steenveld in Koersel, der ebenfalls an das Militärlager grenzt, lief vor einiger Zeit ein Pilotprojekt zur Wildschweinabwehr mithilfe von Duftstoffen. „Ein Produkt wurde in den Grünflächen verteilt. Es ist nicht schädlich für die Natur, hat aber einen Geruch, den Wildschweine nicht mögen und hält sie deshalb fern“, erklärt Janssen: „Das Pilotprojekt war erfolgreich. Daher könnte dies auch eine Möglichkeit sein, Wildschweine auf diese Weise zu vertreiben, aber wir können die Population so nicht reduzieren.“
In der Zwischenzeit ruft die Stadt die Bewohner ländlicher Wohngebiete dazu auf, selbst aktiv zu werden und ihre Gärten einzuzäunen. „Das kostet Geld“, räumt der Stadtrat ein, „aber als Stadt haben wir nicht die Mittel, dafür Zuschüsse zu gewähren“, schließt er.
