Wie Zahlen des Brüsseler Instituts für Statistik und Analyse (BISA) belegen, gehört die Arbeit von zu Hause aus in der Region Brüssel-Hauptstadt seit Corona zum Alltag. Im vergangenen Jahr arbeiteten mehr als die Hälfte aller in Brüssel tätigen Beschäftigten - Einwohner oder Pendler - zumindest zeitweise im Homeoffice.
Jeder zweite Erwerbstätige in Brüssel arbeitet von zu Hause aus
Laut der BISA-Untersuchung arbeitete im Jahr 2019 - also vor Beginn der COVID-Pandemie - nur ein Viertel der in Brüssel tätigen Beschäftigten mindestens eine Stunde pro Monat von zu Hause aus. Im Jahr 2020 führte Corona zu einem starken Anstieg der Arbeit im Homeoffice und zwar gleichermaßen in Brüssel, in Flandern und in der Wallonie.
Ihren Höhepunkt erreichte diese Entwicklung im Jahr 2021, als mehr als 60 % der in Brüssel beschäftigten Arbeitnehmer von zu Hause aus arbeiteten. Seitdem ist dieser Anteil kaum gesunken.
Heute arbeiten 55 % im Homeoffice
Im Jahr 2025 arbeiteten 55 % der Erwerbstätigen zumindest zeitweise von zu Hause aus. Die sogenannte „intensive Arbeit von zu Hause aus“ – definiert als Tätigkeit im Homeoffice während mindestens der Hälfte der gesamten Arbeitszeit – hat sich verzehnfacht. Ein Viertel aller in Brüssel tätigen Erwerbstätigen arbeitet mindestens die Hälfte der Arbeitszeit im Homeoffice. Zum Vergleich: Vor der Pandemie, im Jahr 2019, lag dieser Wert bei lediglich 2 %.
Beim gelegentlichen Arbeiten im Homeoffice (weniger als die Hälfte der gesamten Arbeitszeit) hat sich kaum etwas verändert. Sowohl vor als auch nach der Krise betraf dies rund ein Viertel aller Erwerbstätigen. Ausschließliche Arbeit von zu Hause aus ist auch heute noch sehr selten. Vor der Krise praktizierte dies 1 % der in Brüssel Beschäftigten.
Vor allem Pendler in Brüssel arbeiten von zu Hause aus
Auffällig ist zudem, dass im Jahr 2025 62 % der Pendler mit Job in der Hauptstadt von zu Hause aus arbeiteten, verglichen mit 47 % der Brüsseler Einwohner. Pendler haben schon immer häufiger von zu Hause aus gearbeitet. Das war bereits vor der Pandemie der Fall. Wie die BISA-Zahlen zeigen, tritt dieser Unterschied zwischen Pendlern und Brüsseler Einwohnern besonders bei der intensiven Arbeit von zu Hause aus deutlich zutage.
Vor der Krise war diese Praxis sowohl bei Pendlern als auch bei den Einwohnern Brüssels eher selten. Seit der Pandemie verbringt fast ein Drittel der Pendler mindestens die Hälfte der Arbeitszeit im Homeoffice (32 % im Jahr 2025), verglichen mit 18 % bei den Arbeitnehmern, die in Brüssel leben.
