Der Bauunternehmer Tom Decuypere hat die Umweltgenehmigung für die Sanierung des baufälligen Bahnhofsgebäudes in Tienen in Flämisch-Brabant erhalten. Der älteste Bahnhof Belgiens - Eröffnung 22. September 1837 - war jahrelang verlassen und soll jetzt als „lebendiges Tor zur Stadt und Region“ neu erstrahlen. „Wir hoffen, die Fahrkartenschalter Anfang 2028 in Betrieb nehmen zu können“, so Architekt Peter Van Impe von AST 77.
Grünes Licht die Sanierung des älteste Bahnhofsgebäudes in Belgien: „Ein lebendiges Tor für Tienen“
Das 190 Jahre alte Bahnhofsgebäude stand lange Zeit leer und verfiel. Nachdem Teile des Gebäudes eingestürzt waren und sogar kurzzeitig allgemeine Einsturzgefahr bestand, verkaufte die die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB das Anwesen im vergangenen Jahr an das Architektur- und Ingenieur-Büro AST 77.
Der Bauunternehmer Tom Decuypere erkannte schon vor einiger Zeit das große Potenzial des historischen Gebäudes: „Ich möchte das Viertel wiederbeleben. In den Räumlichkeiten ist sicherlich Platz für sechs Gewerbebetriebe. Ich denke an ein Café oder eine Tapas-Bar - alles ist möglich. Täglich kommen über 4.000 Reisende hier vorbei. Das macht das Gebäude natürlich sehr attraktiv für Unternehmer. Und sein historischer Wert macht es noch schöner.“
Stadttor
Nach intensiven Beratungen mit Infrabel, dem Infrastruktur-Dienstleister der NMBS, der Bahn selber, dem flämischen Denkmalschutzamt und der Stadt Tienen hat der Bauherr jetzt die Umweltgenehmigung erhalten. Damit finden jahrzehntelange Ungewissheiten endlich ein Ende, erklärt Architekt Peter Van Impe: „Es werden zwar noch viele Gespräche mit allen beteiligten Behörden stattfinden, aber ich gehe davon aus, dass dem Projekt nichts mehr im Wege steht.“
AST 77 teilte jetzt diese Zukunftsvision in den sozialen Medien. Obwohl die konkreten Pläne für das Bahnhofsgebäude noch nicht endgültig feststehen, werden nach und nach erste Details bekannt. So plant die AST 77 beispielsweise, die alten Fahrkartenschalter bis Anfang 2028 wieder in Betrieb zu nehmen. Das Gebäude soll außerdem eine direkte Verbindung zum neuen, derzeit im Bau befindlichen Eisenbahntunnel erhalten. „Dadurch können Reisende im Gebäude etwas essen oder trinken und anschließend bequem durch den Tunnel in den Zug einsteigen“, erklärt Van Impe.
Denkmalschutz
Darüber hinaus sollen im Zuge der Sanierung alle historischen Elemente des fast 200 Jahre alten Bahnhofsgebäudes restauriert werden. Bürgermeister Jonathan Holslag (Durf Tienen) hatte zuvor den Wunsch geäußert, auch den alten Uhrturm restaurieren zu lassen. „Wir prüfen derzeit den Denkmalwert des Gebäudes“, so Van Impe: „Die ersten Gespräche mit dem Denkmalschutzamt laufen bereits.“
Wann genau die Sanierung beginnt, ist noch unklar. Sicher ist jedoch, dass sich die Einwohner der Stadt auf einiges freuen können, betont Van Impe: „Es wird nicht nur ein Ort sein, an dem man in einen Zug ein- und aussteigt, sondern auch ein Ort, an dem man mit Menschen, der Stadt und der Region in Kontakt treten kann.“
