Bahnreisende und Pendler können seit dem Sommer wieder die historischen Treppenhäuser im Bahnhof Vilvoorde nutzen. Nach über zweijähriger Restaurierung erstrahlen die charakteristischen Bahnsteigzugänge seit Juli in neuem Glanz. Die Treppenhäuser befinden sich am ehemaligen Passagiertunnel unter den Gleisen, zentral gegenüber dem historischen Bahnhofsgebäude und neben der neuen, breiten Unterführung.
Die historischen Treppenhäuser im Bahnhof Vilvoorde sind nach ihrer Restaurierung wieder in Betrieb
Die Sanierung begann im März 2024, nachdem die Stahlkonstruktionen stark von Korrosion und Verschleiß betroffen waren. Die historischen Stahlkonstruktionen wurden vollständig demontiert und zur Restaurierung in eine Spezialwerkstatt gebracht. „Dadurch konnten die Auswirkungen auf den Zugverkehr minimiert werden“, erklärte Bahnsprecherin Britt Monten damals: „Gleichzeitig wurden auch die Natursteinelemente sorgfältig gereinigt und restauriert. Fehlende Marmorverkleidungen wurden durch Gris des Ardennes ersetzt, einen belgischen Naturstein, der dem ursprünglichen Erscheinungsbild der Konstruktionen entspricht.“
Die Dacheindeckung, die Oberlichter und die Verglasung wurden ebenfalls erneuert: „Es wurden Materialien ausgewählt, die den historischen Charakter respektieren und die gleichzeitig auch den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen. In einem letzten Bauabschnitt erhielten die Treppenhäuser neuen Putz in der Originalfarbe, neue Treppenbeläge, Handläufe und moderne Beleuchtung.“
Eisenbahngeschichte
Die Restaurierung erfolgte unter der Aufsicht eines spezialisierten Ingenieurbüros und in Abstimmung mit den flämischen Denkmalschutzbehörden. Die Treppenhäuser stehen teilweise unter Denkmalschutz und sind Teil der reichen Eisenbahngeschichte von Vilvoorde. Schließlich liegt der Bahnhof an der ältesten Eisenbahnstrecke auf dem europäischen Festland, der Verbindung zwischen Brüssel/Schaarbeek und Mechelen.
Mit der Wiedereröffnung der historischen Unterführung haben Reisende jetzt wieder zwei Möglichkeiten, die Bahnsteige zu erreichen. Sie können die authentischen, historischen Treppenhäuser bewundern und die Bahnsteige über diesen Eingang betreten oder die neue, breite Unterführung mit Aufzügen und Rolltreppen nutzen.
2014 - Der Bürgermeister wollte den Bahnhof schließen
Die Inbetriebnahme stellt den Höhepunkt einer Reihe von Renovierungsarbeiten, die in den letzten Jahren im und um den Bahnhof durchgeführt wurden dar. Zeitweise war der Bahnhof in einem so desolaten Zustand, dass der damalige Bürgermeister Hans Bonte (Vooruit, flämische Sozialisten) 2014 sogar mit der (Teil-)Schließung drohte.
„Inzwischen wurden neue Bahnsteige, eine geräumige Unterführung, Aufzüge, Rolltreppen und großzügige überdachte Fahrradabstellanlagen errichtet. Gemeinsam mit der Stadt Vilvoorde prüft die NMBS, wie der hintere Bahnhofsbereich, insbesondere hinsichtlich Park- und Fahrradabstellanlagen, weiter verbessert werden kann“, so Monten.
Der Bahnhof von Vilvoorde ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der flämischen Peripherie um Brüssel. An einem durchschnittlichen Werktag halten dort über 250 Züge, darunter IC-Verbindungen nach Antwerpen, Brüssel und Mechelen sowie S-Züge in Richtung Halle, Europaviertel und zu anderen Zielen in der Region.
