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FabioW

Flämischer Rapper beleidigt mit einem Song die asiatische Gemeinschaft in Belgien

Der Song „Praat Nederlands“ („Sprich Niederländisch“) des Antwerpener Rappers FabioW (Foto) hat online für große Empörung gesorgt. Die belgisch-chinesische Julia Zhu (27) äußerte sich dazu in einem viel geteilten Video auf Instagram. Für sie und viele andere Belgier asiatischer Herkunft oder hier lebende Asiaten geht es nicht nur um einen einzelnen Song: „Es ist die Summe der Kommentare und Stereotypen, mit denen wir unser ganzes Leben lang zu kämpfen haben.“

Andreas Kockartz
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In dem Track „Praat Nederlands“ singt Sebastiaan Van Thilborgh, besser bekannt als FabioW, über eine Reise nach Vietnam. Dort trifft er ein Mädchen, das er aufgrund der Sprachbarriere nicht verstehen kann. Sie klang wie „ching chang chong“ rappt er dazu.

Der Song hat ihm online viel Kritik eingebracht. Auch bei Unia, dem Interföderalen Zentrum für Chancengleichheit in Belgien, gingen mehrere Beschwerden in dieser Sache ein.

Am Montagabend nahm Sänger FabioW seine Promo-Videos für den Song zum zweiten Mal offline. Beim ersten Mal änderte er einfach nur den Titel von „Ching Chang Chong“ in „Praat Nederlands“: „Sonst könnte ich alles verlieren, was ich mir aufgebaut habe“, schrieb der Sänger auf Instagram.

„Fremde rufen mir schon mein ganzes Leben lang ‚Ching Chang Chong‘ hinterher“

Julia Zhu (27, Foto unten) postete ein Video auf Instagram, in dem sie erklärt, warum sie dieser Ausruf so aufregt. Das Video wurde tausendfach geteilt und entfachte die Debatte um FabioWs Song neu. „Als ich aufwuchs, riefen mir ständig Leute auf der Straße ‚Ching Chang Chong‘ hinterher“, sagt sie: „Von völlig Fremden. Könnt ihr euch vorstellen, was das mit den Nerven macht?“

„Wenn man das jeden Tag erlebt, löst der Körper jedes Mal eine Art Panikreaktion aus, wenn man es hört. Warum gibt mein Aussehen jemandem das Recht, mich anzuschreien und mir ein Gefühl der Unsicherheit zu vermitteln? Immer wenn ich an einer Gruppe Kinder vorbeigehe, bin ich innerlich schon darauf vorbereitet, was sie mir zurufen könnten. Das höre ich auch von anderen Freunden mit asiatischen Wurzeln. Weil es einfach jedes Mal passiert.“

Laut Zhu sollte die Wirkung eines Liedes wie dem von FabioW nicht unterschätzt werden: „Es beginnt mit harmlosen Bemerkungen wie ‚Ching Chang Chong‘, ‚Dreckschinese‘ oder ‚Geh zurück in dein Land‘. Indem man so etwas normalisiert, schafft man ein Klima, in dem Menschen glauben, sie hätten das Recht, eine ganze Gruppe von Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit anders zu behandeln. Der nächste Schritt ist Diskriminierung, Ausgrenzung – beispielsweise bei der Wohnungs- oder Jobsuche – oder sogar Gewalt.“

Julia Zhu

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