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Vier flämische Brustkliniken testen KI-System zur Vorhersage der optimalen Krebsbehandlung

Vier flämische Brustkliniken testen ein neues KI-System, das Ärzten hilft, die beste Behandlung für Brustkrebspatientinnen zu ermitteln. Dadurch können Patientinnen gezielter behandelt und unnötige Operationen vermieden werden. Bereits bei der Erstdiagnose versucht das neue KI-System vorherzusagen, wie gut eine Brustkrebspatientin auf eine Chemotherapie ansprechen wird, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung in die Achsellymphknoten ist und wie groß der Tumor ist. 

Andreas Kockartz
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„Diese Informationen erhalten wir heute meist erst später im Behandlungsverlauf“, sagt Dr. Barbara Bussels, Koordinatorin der Brustklinik am Allgemeinen Krankenhaus AZ Delta in Roeselare (Provinz Westflandern): „Wenn wir diese Informationen bereits bei der Diagnose haben, können wir besser einschätzen, welche Behandlung für welche Patientin am besten geeignet ist.“

Dies könnte potenziell unnötige Operationen verhindern oder, falls nötig, ein schnelleres Eingreifen ermöglichen: „Ziel ist nicht, Ärzte zu ersetzen, sondern ihnen zusätzliche Informationen im Moment wichtiger Behandlungsentscheidungen bereitzustellen. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch stets beim behandelnden Team.“

Unsichtbare Muster erkennen

Das sogenannte „Clinical Decision Support System“ (CDSS) wurde von RADar, dem Lern- und Innovationszentrum von AZ Delta, entwickelt. Die KI-Modelle wurden anhand von Daten von über 8.000 Brustkrebspatientinnen an den Krankenhäusern AZ Delta, AZ Groeninge (Kortrijk), AZORG (Aalst) und ZAS (Antwerpen) trainiert.

„Mit diesem Ansatz kann künstliche Intelligenz Muster erkennen, die für das menschliche Auge schwer oder gar nicht sichtbar sind“, erklärt Strahlentherapeut Philip Poortmans (ZAS): „Dadurch entsteht ein wesentlich umfassenderes Bild der Patientin, als wenn nur eine einzige Datenquelle genutzt wird.“

Eine präzisere Vorhersage von Achsellymphknotenmetastasen kann beispielsweise sicherstellen, dass operative Eingriffe in der Achselhöhle besser auf die Patientin abgestimmt und unter Umständen sogar ganz vermieden werden können. Dies verringert das Risiko von Komplikationen wie Lymphödemen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Noch keine Tests an Patientinnen

Das System wird derzeit noch nicht an echten Patientinnen getestet, sondern ausschließlich anhand von Patientendaten aus der Vergangenheit. Seit Anfang Juni evaluieren Onkologen der vier beteiligten Kliniken das KI-System unabhängig voneinander, um festzustellen, ob es tatsächlich bessere und personalisierte Behandlungsempfehlungen liefert.

Bei positiven Ergebnissen werden die vielversprechendsten Modelle in einer späteren Phase im Klinikalltag erprobt. „Wir hoffen, das System in einem Jahr in der Praxis einsetzen zu können“, so Dr. Bussels: „Sobald wir die europäische Zertifizierung erhalten haben, kann das KI-Tool auch in anderen europäischen Brustkliniken eingesetzt werden.“

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