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Archivfoto zur Illustration

Brand im Hohen Venn noch nicht zu Ende: Noch immer über 100 Feuerwehrleute vor Ort - Merowingerstraße durch die Flammen freigelegt

Rund drei Wochen nach Ausbruch des Naturbrandes im Hohen Venn sind dort noch immer mehr als 100 Einsatzkräfte mit der Beobachtung des Feuers und mit dem Löschen von aufflammenden Bränden beschäftigt. In den vergangenen Tagen waren auch 65 Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren aus Deutschland mit dabei. Derzeit wird dort auch eine Sprinkleranlage zur Unterstützung der Einsatzkräfte getestet. Der Brand im Hohen Venn legte auch eine jahrhundertealte Pflasterstraße aus der Merowingerzeit frei. 

Andreas Kockartz
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Am vergangenen Wochenende kamen auch wieder Drohnen bei der Beobachtung der betroffenen abgebrannten Fläche zum Einsatz. Das gesamte Gebiet bleibt weiter gesperrt, so die Behörden. Stewards des Naturparks Hohes Venn sind nach einer Meldung des Belgischen Rundfunks (BRF) in Ostbelgien zugegen, um Besuchern Informationen zu den Wanderwegen und -gebieten zu geben, wie zugänglich sind.

Bis nächste Woche bleibt die N68 übrigens noch zwischen Belle-Croix und Eupen gesperrt. Am Wochenende wurden etwa 15 Verfahren gegen Personen eingeleitet, die sich trotz eindeutiger Absperrungen ins gesperrte Gebiet begeben haben. Dabei handelte es sich in erster Linie um ausländische oder auswärtige Radfahrer. 

Drei Feuerwehr-Hilfeleistungszonen aus der flämischen Provinz Limburg entsenden diese Woche wieder Einsatzkräfte ins Hohe Venn. Im Naturschutzgebiet sind aufgrund immer wieder aufflammender Brände weiterhin Löscharbeiten nötig. Die örtliche Feuerwehr, die selbst am Limit ihrer Kapazitäten arbeitet, hat um diese Unterstützung gebeten.

Aufflammende Brände

Mehrere aufgeflammte Brandherde mussten im Laufe des Montags an der Ostflanke, in Fichtenbeständen im Süden sowie einmal mehr an der N68 in der Nähe der Baraque Michel bekämpft werden. Dabei halfen 2 Panther-Fahrzeuge der Armee, eine Drohne und der Hubschrauber der. Auch die Beregnungssysteme wurden weiter eingesetzt.

Aufgrund der zu erwartenden Wetterumstände halten die Lütticher Provinzbehörden den aktuell verstärkten Bestand der Einsatzkräfte vorerst weiter aufrecht. 

Die belgische Bundespolizei hat jetzt neue Videobilder veröffentlicht, die aus der Sicht von Hubschraubern das Ausmaß des Vennbrandes zeigen:

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Sprinkleranlagen

Am vergangenen Wochenende wurden im Einsatzgebiet des Vennbrandes zwei Sprinkleranlagen getestet, mit denen Bereiche, in denen häufiger neue Feuer auflodern, als vielleicht anderswo, z.B. durch im Inneren glühenden Torfboden, permanent befeuchtet werden können.

Mit solchen Anlagen könnte der langfristige permanente Einsatz von Feuerwehr oder Zivilschutz personell reduziert werden, meldet der BRF dazu. Eine der beiden Sprinkleranlagen besteht aus einer 1.800 Meter langen Leitung mit einer Durchflussmenge von rund 2.000 Litern Löschwasser pro Minute.  

Der Brand im Hohen Venn legte eine Pflasterstraße aus der Merowingerzeit offen

Nach dem Großbrand im Hohen Venn haben einige Feuerwehrleute vor einigen Tagen in Brochepierre, im Venngebiet "Fagne des Deux Séries", eine unerwartete historische Entdeckung gemacht. Das Feuer legte die Überreste einer merowingischen Straße frei, wie die wallonische Regionalbehörde (SPW) gegenüber unseren frankophonen Kollegen der RTBF meldeten.

In einem von Pfeifengras bewachsenen Areal brannte der Boden etwa 30 Zentimeter tief aus, wodurch jahrhundertealtes Pflaster an die Oberfläche trat. Dabei handelt es sich um eine historische Verbindungstraße zwischen Lüttich und Aachen, die über Jahrhunderte von dichter Vegetation bedeckt und völlig verborgen war.

Die Straße stammt nach ersten Einschätzungen aus der Merowingerzeit (ca. 5. bis 8. Jahrhundert). Es wird vermutet, dass es sich um eine Route handelt, die auf älteren römischen Nebenwegen aufbaut und auch in der späteren Karolingerzeit weiter genutzt wurde.

Weitere Recherchen haben jetzt ergegen, dass es sich dabei um die sogenannte "Via Mansuerisca" handeln könnte, die auch "Pavé Charlemagne" genannt wird. Sicher wird dies aber erst, wenn die Wallonische Agentur für Kulturerbe (AWaP) die freigelegten Stellen vor Ort untersuchen kann, was aber durch die Tatsache, dass dieses Gebiet zu den Sperrzonen gehört, noch nicht möglich ist.     

Foto: RTBF - Dies sind die Überreste einer jahrhundertealten Straße zwischen Lüttich und Aachen

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