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Ukrainische Ärzte lernen in belgischen Krankenhäusern, wie man Soldaten mit Verbrennungen optimal behandelt

Ukrainische Ärzte besuchen diese Woche sechs Brandwundenzentren in Belgien, um sich über die Behandlung schwerer Verbrennungen zu informieren. Mit diesem Wissen wollen sie in ihrer Heimat ein spezialisiertes Verbrennungszentrum einrichten, um verletzte Soldaten besser versorgen zu können. „Dort stehen sie oft vor der Wahl, zuerst eine Schusswunde zu behandeln und erst dann zu evakuieren“, so das Krankenhaus „Ziekenhuis aan de Stroom“ („Krankenhaus am Strom“, ZAS Cadix) in Antwerpen.

Andreas Kockartz
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Eine Delegation ukrainischer Ärzte und medizinischer Fachkräfte besuchte gestern Vormittag das ZAS Cadix Krankenhaus in Antwerpen, um sich über den Betrieb des dortigen Brandwunden-Zentrums zu informieren. Zwei ukrainische Soldaten werden derzeit hier behandelt.

„Sie bezeichneten unsere Expertise und unsere Ausstattung als beeindruckend“, sagte Krankenhaussprecher Tom Van de Vreken, der bei dem Besuch anwesend war: „Dort drüben müssen sie mit deutlich weniger auskommen, auch weil vieles zerstört wurde. Die Ärzte hier konnten also durch Beobachtung und Nachforschungen viel lernen.“ 

Ein ukrainischer Arzt sagte, sein Gesicht sei das Erste, was ein Soldat sehe, wenn er verwundet von der Front zurückkehre“

Tom Van de Vreken, Sprecher des ZAS Cadix

„Andererseits können wir auch von ihnen lernen, denn sie haben viel Erfahrung mit der gleichzeitigen Versorgung einer großen Anzahl Verwundeter. Wie evakuiert man sie mit begrenzten Ressourcen? Was sind die Prioritäten? Was tut man beispielsweise, wenn jemand gleichzeitig Schuss- und Brandwunden hat? Behandelt man zuerst die Schusswunden und transportiert den Verwundeten erst dann in ein weiter von der Front entferntes Zentrum? Das sind Dinge, von denen wir lernen können.“

Zwei Jahre keinen Urlaub

Die Gespräche mit den ukrainischen Ärzten hätten auch beim Personal einen großen Eindruck hinterlassen, so Van de Vreken: „Einer von ihnen sagte, sein Gesicht sei das Erste, was ein Soldat sieht, wenn er verwundet von der Front zurückkehrt. Manchmal müssen Verwundete 12 bis 20 Stunden auf die Evakuierung zu seiner Sanitätsstation warten.“

„Er sagte auch, er habe in den letzten zwei Jahren keinen Urlaub gehabt. Er betrachtet diese intensive Studienreise daher gewissermaßen als Erholung. Aus den Gesprächen ging außerdem hervor, dass es in der Ukraine viele Burnout-Fälle unter den Gesundheitsfachkräften gibt. Sie wollen sich nun verstärkt um die psychische Gesundheit ihrer Gesundheitsfachkräfte kümmern.“

Die Delegation besuchte auch die gemeinnützige Organisation Oscare in Merksem, um sich über Nachsorge zu informieren

Am Donnerstagnachmittag besuchte die ukrainische Delegation die gemeinnützige Organisation Oscare in Merksem bei Antwerpen. Dies ist ein Nachsorge- und Forschungszentrum für Menschen mit Verbrennungen und Narben. Nachsorge ist in einem Kriegsgebiet verständlicherweise nicht die erste Priorität.

Laut Direktor Koen Maertens ist es jedoch wichtig, dass sich auch ukrainische Ärzte bald mit diesem Thema auseinandersetzen: „Es kann hilfreich sein, zumindest frühzeitig über die Verbesserung der Qualität und Funktionalität von Narben nachzudenken. Indem wir ihnen jetzt einen Einblick in dieses Thema geben, können sie den Prozess beschleunigen, sich gezielt darauf zu konzentrieren, anstatt weitere zehn Jahre zu warten.“

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