Eine belgische Studie bestätigt, dass die RSV-Prävention bei Säuglingen die Einweisungen auf Intensivstationen um 57 % reduziert. Die Belgische Akademie für Kinderheilkunde empfiehlt daher Eltern von Babys unter sechs Monaten, ihre Kinder gegen das Virus impfen zu lassen. „Wenn wir diese Altersgruppe erreichen, könnten wir die Krankenhausaufenthalte um 20 % senken“, sagte der Kinderarzt Marc Raes (Jessa-Krankenhaus Hasselt und Universitätsklinikum Löwen) auf einer Pressekonferenz des Pharmaunternehmens Sanofi, dem Entwickler eines RSV-Antikörpers, der in Belgien drei Standorte zur Forschung und zur Produktion von medizinischen Produkten betreibt.
Mediziner in Belgien plädieren für RSV-Impfungen auch für im Sommer geborene Babys
Mit dem nahenden Herbst steht auch eine neue RSV-Saison bevor. RSV (Respiratorisches Synzytialvirus) ist ein Atemwegsvirus, das die Atemwege verengt. Es kann neben leichten Erkältungssymptomen auch Lungenentzündung, Bronchitis oder schwere Atemnot verursachen.
Jedes Baby, unabhängig vom Gesundheitszustand, kann betroffen sein. „Je enger die Atemwege, desto schwerwiegender die Auswirkungen. Und Kleinkinder haben naturgemäß sehr enge Atemwege“, so Professor Raes.
Bis zum zweiten Lebensjahr hat fast jedes Kind eine RSV-Infektion durchgemacht. In Belgien werden jährlich über 10.000 Kinder unter fünf Jahren mit einer RSV-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Rund 400 Säuglinge müssen sogar auf Intensivstationen behandelt werden. „Um dieses Leid zu verhindern und das Gesundheitssystem zu entlasten, ist Prävention entscheidend.“
Diese Prävention müsse jetzt umgesetzt werden. „Wir müssen impfen, bevor die Saison richtig beginnt“, sagt die Allgemeinärztin Françoise Mambourg dazu gegenüber der Nachrichtenagentur Belga. Besonders wichtig sei es, die Eltern von Babys zu erreichen, die nach der letzten RSV-Saison geboren wurden.
„Alle Babys, die zwischen dem 16. März 2026 und heute geboren wurden, haben nicht automatisch eine Impfung erhalten“, erklärt Raes: „Wenn wir diese Gruppe erreichen, könnten die Krankenhausaufenthalte um weitere 20 % sinken. Deshalb müssen wir informieren, informieren und nochmals informieren.“
