Die Anwesenheit der Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz hat den höchsten Stand seit 2018 erreicht. Dies geht aus Daten der Personalagentur Acerta hervor, die von über 430.000 Beschäftigten im privaten Sektor erhoben wurden. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden laut Acerta fast 87 % der möglichen Arbeitsstunden tatsächlich geleistet. Auch die Zahl derer, die in Belgien Arbeitslosengeld beziehen, ist zurückgegangen, wie das Arbeitsamt mitteilt.
Weniger Abwesenheiten: Belgische Beschäftigte arbeiten mehr denn je
Damit liegt die Anwesenheitsquote in belgischen Unternehmen auf dem höchsten Stand seit mindestens 2018, dem Jahr, in dem diese Messung erstmals durchgeführt wurde. Im vergangenen Jahr lag sie bei 85,61 % und im Corona-Jahr 2020 bei 77,95 %. Alle Formen potenzieller Abwesenheit sind im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.
Krankheitsurlaub bleibt der Hauptgrund für Arbeitsausfälle: Im ersten Halbjahr 2026 fehlten die Beschäftigten aus diesem Grund in 7 % ihrer Arbeitszeit. Zudem gingen die Inanspruchnahme von Zeitguthaben und Auszeiten leicht zurück. Und Unternehmen griffen zudem seltener auf technische und wirtschaftliche Kurzarbeit zurück.
Laut Dirk Vanderhoydonck von Acerta ist dieser Trend teilweise auf die Bemühungen von Arbeitgebern zurückzuführen, Fehlzeiten zu bekämpfen. Er sieht jedoch einen auffallenden Punkt: „Die Tatsache, dass die wirtschaftliche und sonstige vorübergehende Arbeitslosigkeit in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten zurückgeht, sollte man im Auge behalten. Früher diente dies als Puffer, um Entlassungen zu vermeiden. Heute wird es offenbar seltener zu diesem Zweck eingesetzt.“
Im Juli wurde in Belgien deutlich weniger Arbeitslosengeld ausgezahlt
Die Zahl derer, die in Belgien Arbeitslosengeld beziehen, ist deutlich zurückgegangen. Das geht aus den neuesten Zahlen des Landesamts für Arbeitsbeschaffung (LfA) hervor. Demnach erhielten im Juli 159.000 Personen Arbeitslosengeld. Das waren knapp 43 % weniger als im Juli im vergangenen Jahr.
Als Hauptgrund gibt das LfA die Begrenzung des Arbeitslosengeldes auf höchstens zwei Jahre an.
Seit Jahresbeginn verloren deshalb über 131.000 Personen ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld. Fast die Hälfte der Betroffenen kommen aus der Wallonie. Etwa ein Viertel stammt jeweils aus Flandern und aus der Hauptstadt-Region Brüssel.
Im Juli waren rund 60 Prozent der Arbeitslosengeldempfänger weniger als ein Jahr arbeitslos. Knapp ein Viertel war zwischen einem und zwei Jahren ohne Arbeit. Etwa 16 Prozent waren länger als zwei Jahre arbeitslos.
