Belgiens Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) hat US-Botschafter Bill White einbestellt, nachdem dieser Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, flämische Sozialisten) beleidigt hatte. Auf Instagram reagierte Bill White auf die Aufregung um die Gesundheitswarnung bei der Werbung für Alkohol mit einer KI-generierten Illustration, die wenig schmeichtelhaft erscheint.
Belgiens Außenminister ruft US-Botschafter Bill White nach dessen Angriff auf den Gesundheitsminister zur Ordnung: „Inakzeptabel“
US-Botschafter White postete ein KI-generiertes Bild von Vandenbroucke mit dem Text: „Schadet jeder Form von Lebensfreude.“ Darüber schrieb er: „Wer ist der größte Verlierer in Belgien?“
„Es ist inakzeptabel, dass sich ein in Belgien akkreditierter Botschafter auf diese Weise gegen ein Mitglied unserer Regierung wendet“, so Prévot in einer Stellungnahme: „Als Außenminister werde ich den US-Botschafter in den kommenden Tagen einbestellen.“
Der Vorsitzende von Vooruit, Conner Rousseau, hat bereits auf Whites Ausbruch reagiert. Auf Instagram schrieb er: „Bill kann ein lustiger Kerl sein. Aber er hat keine Ahnung vom Gesundheitswesen. Er plappert nur nach, was sein Vater Trump sagt. Ihnen geht es nur ums Geld, nicht um unsere Gesundheit.“
Kampagne der Brauer gegen neue Regelung zur Alkoholwerbung findet Unterstützung bei einigen Parteien in der Mehrheit
Die Kampagne der Brauer gegen strengere Regeln für Alkoholwerbung findet Unterstützung in verschiedenen Parteien der Mehrheitsfraktion auf belgischer Bundesebene. Das ist bemerkenswert, da diese Regeln, einschließlich des Slogans „Alkohol schadet der Gesundheit“, von der Bundesregierung verabschiedet wurden.
Die Fraktionsvorsitzenden von N-VA (fläm. Nationaldemokraten) und MR (frankophone Liberale), Axel Ronse und Benoît Piedboeuf, unterzeichneten den offenen Brief. „Ich habe den Brief aus Respekt vor dem Handwerk und der Leidenschaft all dieser Brauer unterzeichnet. Ich möchte nicht, dass sie sich stigmatisiert fühlen. Brauen ist Teil unserer Kultur, Teil dessen, wer wir sind. Lasst uns vor allem stolz auf unsere Brauer sein“, schreibt Ronse auf Facebook: „Es gibt keinen einzigen Politiker auf der Welt, der mit allen Aspekten eines von ihm gebilligten Koalitionsvertrags einverstanden ist. Ich hoffe, der Brief führt zumindest zu einem konstruktiven Dialog.“
Auch der Bürgermeister von Affligem in Flämisch-Brabant, Walter De Donder (CD&V, flämische Christdemokraten), unterzeichnete den Brief. Unterstützung erhielt er dafür von seinem Parteivorsitzenden Sammy Mahdi in der flämischen Tageszeitung „De Standaard“: „Dieser Satz ist problematischer, als viele denken. Er verteufelt hier jeglichen Alkohol. Dürfen die Menschen überhaupt noch selbst entscheiden? Nicht jeder muss sich nur von Wasser und fettarmem Käse ernähren.“
Mahdi bestätigte gegenüber VRT NWS, dass er Verständnis für die belgischen Brauereien habe, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern. Mahdi selbst gehörte nicht zu den Unterzeichnern. Sein Kollege von der Oppositionspartei Anders (flämische Liberale, Frédéric De Gucht, hingegen schon.

