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„Eine sympathische Alternative zu Pils“, doch Antwerpens „Bolleke“ wird immer weniger getrunken

Vor einigen Tagen drehte sich in Antwerpen alles um das „Bolleke“ und zwar beim 18. „Bollekesfeest“. Für manche ist das Bier fast so typisch Antwerpen wie die Kathedrale oder der Boerentoren, doch es ist heute nicht mehr ganz so ​​beliebt wie in den 1980er-Jahren, sagte Bierexperte Ben Vinken zu diesem Kultbier.

Andreas Kockartz Bente Vandekeybus
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Betritt man eine traditionelle Kneipe in Antwerpen, sieht man mit ziemlicher Sicherheit jemanden, der ein „Bolleke“ trinkt. Das bernsteinfarbene Bier der Brauerei De Koninck ist seit den 1950er-Jahren ein fester Bestandteil der Antwerpener Kneipenkultur. Die Brauerei am Mechelsesteenweg existiert seit 1833.

Das „Bolleke“ entstand erst viel später, im Jahr 1952. „Den Bierstil, ‚Spéciale Belge‘, gab es schon seit einigen Jahrzehnten, aber De Koninck interpretierte ihn mit dem ‚Bolleke‘ auf seine eigene Art“, erzählt Xenia Pauwels von der Brauerei De Koninck.

Richtig in zwei Schritten gezapft, bildet das „Bolleke“ eine kugelförmige Schaumkrone“

Xenia Pauwels, Brauerei De Koninck

Besonders wichtig für den Namen des Bieres war das Glas. „Das charakteristische kugelförmige Glas führte zum Namen ‚Bolleke‘“, so Pauwels: „Hinzu kommt die Tatsache, dass das Bier, richtig in zwei Schritten gezapft, eine kugelförmige Schaumkrone bildet.“

Spezielles Glas

Modeste Van den Bogaert gilt als der „Vater des Bolleke“ und nahm 1952 die letzten Anpassungen am Bier vor. „Ursprünglich wurde das ‚Spéciale Belge‘ von De Koninck in gewöhnlichen rechteckigen Gläsern serviert“, erklärte Bierexperte Jef Van den Steen.

Er ist Mikrobrauer, hat mehrere Bücher über Bier geschrieben, schreibt für Publikationen wie „Zytholoog“ und das „Bier Passie Magazin“ und hält regelmäßig Vorträge über Bier. „Van den Bogaert hatte die Idee, ein spezielles Glas für das Bolleke zu verwenden“, so Van den Steen.

Bis 2019 prangte auf den Biergläsern und -flaschen nur dieses Logo, ohne den Zusatz „Bolleke“

Namensgebung dank der Kneipenbesucher

„Bolleke“ war jedoch erst ab 2019 der offizielle Name des Bieres. Bis dahin stand auf den Biergläsern und -flaschen einfach „De Koninck“, aber die Brauerei orientierte sich an den Vorlieben der Kneipenbesucher und passte den Namen dem allgemeinen Sprachgebrauch an.

„In Antwerpen bestellte niemand in der Kneipe ein De Koninck, sondern ein ‚Bolleke‘ oder ein ‚Bolleke Keuning‘“, sagte Xenia Pauwels: „Die Antwerpener haben dem Bier seinen legendären Namen quasi selbst gegeben.“

„Stadtbier“

Doch was macht dieses Bier für die Bewohner der Scheldestadt so legendär, abgesehen vom besonderen Glas und dem Namen? „Es ist ein echtes Stadtbier“, betont Biersommelier Ben Vinken. Er ist seit 1998 Herausgeber der Vierteljahreszeitschrift „Bierpassie“.

Nur weil das Bier Kultstatus hat, heißt das nicht, dass es sich gut verkauft“

Jef Van den Steen, Bierexperte

„Wenn eine sich so große und charakterstarke Stadt wie Antwerpen hinter ein Bier stellt, entsteht eine regelrechte Liebesbeziehung“, fährt Vinken fort: „Es ist eine beliebte Alternative zu Pils. Und es blieb nicht nur ein lokales Bier, denn es wurde auch in großem Umfang in die Niederlande exportiert.“

„Dennoch heißt Kultstatus nicht automatisch gute Verkaufszahlen“, wirft Van den Steen ein. Die belgischen Spezialbiere erreichten ihren Höhepunkt in den 1980er-Jahren: „Leider werden Amberbiere deutlich weniger getrunken, während Blondbier besonders beliebt ist.“

Duvel Moortgat

Laut vielen Bierkennern wird das „Bolleke“ daher immer weniger getrunken. „In Antwerpen ist es aber nach wie vor sehr beliebt“, antwortet Xenia Pauwels: „Es hat hier starke lokale und kulturelle Wurzeln. Es stimmt, dass sich der Biermarkt deutlich verändert hat. Das klassische belgische Spezialbier ist weniger dominant als früher. Unser ‚Bolleke‘ behauptet sich aber in dieser Kategorie.“

Seit letztem Jahr wird das Bolleke trotz der engen Verbindung zur Stadt nicht mehr in Antwerpen gebraut. „Ich war einer der Ersten, der das in der Brauerei Duvel Moortgat gebraute ‚Bolleke‘ probieren durfte“, sagt Ben Vinken: „Man schmeckt überhaupt keinen Unterschied. Man kann ein Bier genauso gut woanders brauen, solange man dasselbe Rezept und dieselbe Technologie verwendet.“

Das ‚Bolleke‘ steht einmal jährlich im Mittelpunkt des „Bollekesfeest“, das seit 2007 stattfindet: „So lernt auch eine neue Generation das Bier kennen“, so Xenia Pauwels von der Brauerei De Koninck.

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