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Rekordumsatz, doch Flanderns Gaming-Verband befürchtet ein Wachstumslimit: „Chronischer Kapitalmangel“

Die flämische Spielebranche erzielte 2025 einen Rekordumsatz von 76,5 Mio. €. Auch die Zahl der Gamingstudios und Beschäftigten steigt, doch der flämische Gaming-Verband (FLEGA) befürchtet, dass das Wachstumslimit erreicht sein könnte, wenn Investitionen ausbleiben: „Unsere Studios haben aufgrund stark steigender Kosten und des chronischen Kapitalmangels Schwierigkeiten, international Fuß zu fassen.“ Zur Gamescom in Köln (26.-30. August) ist die Stimmung in diesem Wirtschaftszweig in Flandern eher gedämpft.

Andreas Kockartz Nils Schillewaert
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Die Gamescom in Köln ist die weltweit größte Spielemesse und hier sind auch der Belgische Spieleverband (VGFB) und der Flämische Verband (FLEGA) vertreten. Auf den ersten Blick zeigen die flämischen Zahlen eine florierende Branche: Der Gesamtumsatz flämischer Spieleunternehmen stieg im vergangenen Jahr von 70 Mio. € auf 76,5 Mio. €. Die Anzahl aktiver Spieleunternehmen in Flandern sowie die Zahl der Vollzeitbeschäftigten in diesem Sektor stiegen im Vergleich zu 2024.

Angesichts der weltweiten Entlassungen und Stellenstreichungen auch in dieser Branche stellen diese Zahlen einen bemerkenswerten Erfolg dar. Dennoch betrachtet FLEGA diesen optimistischen Trend mit Vorsicht. Das Beschäftigungswachstum, das 2024 einen spektakulären Anstieg von fast 20 % verzeichnete, verlangsamte sich 2025 auf moderate 7,9 %. Auch der Umsatzanstieg (+9 %) fiel geringer aus als im Vorjahr (+20 %).

„Der Sektor stößt an seine Grenzen“

Laut FLEGA scheint der Sektor an seine Grenzen zu stoßen: „Die durchschnittliche Produktivität stagniert seit drei Jahren bei rund 100.000 € Umsatz pro Vollzeitbeschäftigtem. Studios, die expandieren wollen, fehlt oft das Kapital für größere Teams. Umgekehrt fehlt es kleineren Studios an finanzieller Unabhängigkeit, um Risiken mit ihrem eigenen geistigen Eigentum einzugehen. Sie sind daher zu oft auf Auftragsarbeiten Dritter angewiesen, um die laufenden Kosten zu decken.“

Wir haben bewiesen, dass wir über erstklassige Talente im eigenen Haus verfügen und wunderschöne Spiele entwickeln. Doch wie immer in unserer Branche müssen wir uns neu erfinden“

Natascha Rommens, Geschäftsführerin von FLEGA

FLEGA unterscheidet zwei Arten von Gamingstudios in Flandern: Zum einen Studios, die stetig wachsen und mehrere Produktionen gleichzeitig stemmen, und zum anderen Studios, die durch ihr eigenes geistiges Eigentum einen höheren Mehrwert pro Mitarbeiter schaffen.

„Die Branche braucht ein Umfeld, das beide Wachstumsformen vollumfänglich unterstützt und fördert“, sagt Natascha Rommens, die Geschäftsführerin von FLEGA: „Wir haben bewiesen, dass wir über erstklassige Talente im eigenen Haus verfügen und wunderschöne Spiele entwickeln. Doch wie immer in unserer Branche müssen wir uns neu erfinden und die Grenzen unserer bisherigen Arbeitsweise überwinden. Der Fokus liegt dabei nicht unbedingt auf mehr Startups, sondern auf robusteren Studios.“

Mehr Geld, bessere Beratung und Nachbetreuung

FLEGA sieht verschiedene Möglichkeiten, kleine flämische Studios finanziell widerstandsfähiger zu machen. Der Gamingverband in Flandern sieht „dringenden Bedarf an mehr privatem Kapital“, doch staatliche Subventionen bleiben weiterhin entscheidend. In diesem Zusammenhang sind die kürzlich gekürzten Subventionen des Flämischen Audiovisuellen Fonds (VAF) eigentlich unverzichtbar und ihr Fehlen wirkt sich gravierend auf die Entwicklung aus.

„Obwohl der VAF in der Gründungs- und Prototypenphase sowie bei risikoreichen Produktionen dringend benötigte Unterstützung bietet, liegt der eigentliche Engpass in der Anschlussfinanzierung“, heißt es dazu bei FLEGA: „Zudem bleibt die Steuersparregelung des Verbandes für Videospiele ein wichtiger Hebel, der in der Praxis allerdings noch immer zu oft auf administrative Unklarheiten stößt. Letztendlich liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, den Studios die nötigen Instrumente an die Hand zu geben und sie strukturell auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu begleiten.“

„Next Level Flanders“

Die Forderungen der Branche sind nicht ungehört verhallt. Die flämische Medienministerin Cieltje Van Achter (N-VA, flämische Nationaldemokraten) hat ein Strategiepapier erarbeitet, wie die Landesregierung die Branche in den kommenden Jahren besser unterstützen kann. Sie stellte dieses Strategiepapier auf der Gamescom in Köln vor.

„Die nächste Herausforderung besteht darin, mehr flämische Spieleunternehmen zu internationalen Konzernen zu entwickeln“, so Van Achter: „Deshalb werden wir in den kommenden Jahren einen Gang höher schalten. Mit dem neuen Strategiepapier ‚Next Level Flanders‘ setzen wir auf einen ambitionierten Wachstumsplan, der flämische Spieleunternehmen beim Wachstum, der Internationalisierung und der Gewinnung zusätzlicher Investitionen unterstützt.“

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