Das neue Musikzentrum mit dem Namen „Jam Sonor powered by Volta“ öffnet am 2. Oktober dieses Jahres im ehemaligen MIMA-Gebäude in Brüssel seine Pforten. Das "Millennium Iconoclast Museum of Art" (MIMA) in der alten Belle-Vue- Brauerei musste im Januar 2025 schließen. Die Jam Hotels, Eigentümer des Gebäudes, und das Musikzentrum Volta werden dort bald wöchentlich Konzerte veranstalten und Proberäume für Künstler einrichten, wie die regionale Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ schreibt.
Das ehemalige MIMA-Museums-Gebäude wird Musikzentrum: „Brüssel braucht diese Räume“
Die Schließung des MIMA kam Anfang 2025 unerwartet, da das Museum ursprünglich sogar eine Erweiterung geplant hatte. Als Grund für die Schließung nannte, die Verantwortlichen seinerzeit die sinkenden Besucherzahlen. Dieser Rückgang begann nicht zuletzt, nachdem der Henegouwenkaai am Kanal Brüssel-Charleroi in Molenbeek, wo sich das Gebäude befindet, aufgrund von Straßenbauarbeiten für den Verkehr gesperrt wurde. Das betraf auch die Fußgänger.
Gebäudeeigentümer Jean-Paul Pütz, CEO der Nelson Group, zu der die Jam Hotels gehören, warf der Brüsseler Gemeinde Molenbeek vor, zu wenig Interesse an diesem Museum gezeigt zu haben.
Nach der Schließung wurde das Gebäude für verschiedene temporäre Zwecke genutzt. So fand dort z.B. ein Büchermarkt des Roten Kreuzes statt und das Brussels Pride Museum hatte kurzzeitig hier eine Niederlassung. Auch diverse Wechselausstellungen wurden dort gezeigt. Jetzt erhält das Gebäude mit „Jam Sonor“ wieder eine dauerhafte Nutzung.
Qualität
Das „Jam Sonor“ wird ein neuer Kulturort für Musik, künstlerische Entwicklung und Live-Auftritte. Auf vier Etagen stehen Musikern Proberäume, Produktionsanlagen und Gemeinschaftsarbeitsplätze zur Verfügung.
„Die Vorbereitungen laufen seit Oktober letzten Jahres. Volta ist ständig auf der Suche nach einem festen Standort, da wir oft in temporären Räumlichkeiten arbeiten. Die alte Belle-Vue- Brauerei ist ein beeindruckendes Gebäude und wir wollen hier etwas wirklich Nachhaltiges schaffen. Deshalb haben wir viel Zeit in die Räumlichkeiten und die Infrastruktur investiert, die wirklich hochwertig sind“, sagte Arne Huysmans von Volta gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ.
„Volta konzentriert sich als Organisation sowohl auf die musikalische Weiterentwicklung als auch auf Präsentationsmöglichkeiten. Für diese Weiterentwicklung werden wir weiterhin von Molenbeek aus operieren, wo wir über 20 Studios betreiben. Jam Sonor wird eine wichtige Rolle bei der Organisation von Konzerten spielen.“
Der Bedarf ist da
Laut Volta und Jam Hotels besteht in der Brüsseler Musikszene ein großer Bedarf an solchen Räumlichkeiten. „Da der soziale und wirtschaftliche Druck auf Künstler stetig zunimmt, wird eine bezahlbare und qualitativ hochwertige Infrastruktur für Proben, Produktion und Präsentation immer wichtiger“, so Jam Hotels. Die Organisatoren hoffen, Künstlern damit die Möglichkeit zu geben, „Risiken einzugehen und zu experimentieren, um sich zu einer nachhaltigen künstlerischen Praxis weiterzuentwickeln.“
Eröffnung und Ausstellungen
Am Eröffnungswochenende am Anfang Oktober finden Listening Sessions, eine Musikausstellung, Konzerte und DJ-Sets statt. Wöchentlich werden zwei Musikveranstaltungen angeboten. Außerdem gibt es Branchentreffen und ab 2027 Veranstaltungen auf dem Dach des Gebäudes.
„Wir beginnen die ersten drei Monate mit einer Ausstellung von Yaqine Hamzaoui (eine Foto- und Videografin aus Brüssel, Red.). Im November folgt eine Ausstellung mit Klanginstallationen. Für die Konzerte suchen wir junge Talente, aber auch etablierte Künstler. Wir laden sowohl nationale als auch internationale Künstler ein. Volta versteht sich vor allem als Vermittler. Als Zentrum wollen wir mit den Bedürfnissen der Brüsseler Bevölkerung wachsen“, so Huysmans abschließend.
