Zum Hauptinhalt springen
Auch die freiwilligen Feuerwehren brauchen Ablösung...

Vennbrand: Gouverneur von Lüttich appelliert an Arbeitgeber, freiwillige Feuerwehrleute freizustellen – Innenminister lobt Hilfe aus dem Ausland

Zum Löschen des Vennbrandes in Ostbelgien werden weiterhin auch zahlreiche Feuerwehrleute von den freiwillige Wehren benötigt. Da die Löscharbeiten bereits seit mehreren Tagen andauern, müssen die Einsatzkräfte nach und nach abgelöst werden. Gleichzeitig muss der normale Betrieb in den Hilfeleistungszonen gewährleistet bleiben. Lüttichs Gouverneur Hervé Jamar ruft daher Arbeitgeber mit freiwilligen Feuerwehrleuten zur Solidarität auf. Derweil beschwört Belgiens Innenminister Bernard Quintin (MR) die europäische Hilfe, die seiner Ansicht nach in Zukunft ausgebaut und gefestigt werden sollte. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:
Aktualisiertupdate:

Hervé Jamar, der Gouverneur der Provinz Lüttich, bittet angesichts des Vennbrandes eindringlich um die weitere Freistellung von Arbeitnehmern, die Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren sind. „Diese Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Rettungsdiensten ist unerlässlich, um bei einer Katastrophe dieses Ausmaßes effektiv und nachhaltig handeln zu können“, betont Jamar.

Er dankte in einer Pressemitteilung und bei einer Pressekonferenz den Arbeitgebern ausdrücklich für ihr Verständnis sowie allen eingesetzten Berufs- und freiwilligen Feuerwehrleuten.

Ausgepowerter Feuerwehrmann am Rande des Einsatzortes im Hohen Venn: "Wir haben die ganze Nacht nicht geschlafen"

Europäischer Solidaritätsmechanismus

Wie kommt es, dass wir nicht über eigene Ressourcen verfügen und daher auf ausländische Hilfe angewiesen sind? „Wir verfügen sehr wohl über solche Ressourcen, wie beispielsweise die Hubschrauber der Bundespolizei“, antwortet Innenminister Bernard Quintin (MR) auf die Frage eines Journalisten während einer Pressekonferenz zum Vennbrand in Spa.

In den letzten Tagen wurde die mangelnde Verfügbarkeit belgischer Löschhubschrauber kritisiert, doch laut Innenminister Quintin ist es nicht notwendig, dass jedes Land selbst über die gesamte Feuerwehrausrüstung verfügt. „Das ist das Prinzip der Europäischen Union und ihrer Solidarität. Es macht absolut keinen Sinn, dass jedes Land über alle Ressourcen verfügt.“ Wir haben am Freitagabend einen Unterstützungsantrag gestellt und schnell Hilfe erhalten, genau wie wir auch unseren Nachbarn umgehend geholfen haben.“

„Wir können so lange wie nötig auf ausländische Unterstützung zählen“, so Quintin weiter: „Wir haben unseren Unterstützungsantrag bis Ende der Woche verlängert. Ich kontaktiere heute auch direkt EU-Kommissarin Hadja Lahbib (zuständig für Krisenmanagement und humanitäre Hilfe), um zu klären, ob wir denselben oder einen anderen Unterstützungsmechanismus einsetzen können. So wollen wir sicherstellen, dass uns in den kommenden Wochen die notwendige Unterstützung zur Verfügung steht.“

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5