An diesem Donnerstag wurden Drohnenaufklärungen über dem Gebiet des Großbrands im Hohen Venn in Ostbelgien, der seit Freitag rund 3.000 Hektar Natur- und Waldlandschaft zerstörte, durchgeführt. Damit machten sich die Einsatzkräfte ein aktuelles Bild der Lage vor Ort und konnten Prioritätsbereiche identifizieren. Das stürmische Wetter in der Nacht zum Donnerstag erschwerte die Arbeit der Feuerwehr, die zahlreiche Aufflackerungen von kleinen Brandherden bekämpfen musste. Inzwischen gilt das Feuer aber als im Wesentlichen unter Kontrolle, so das belgische Innenministerium, die wallonischen Regionalbehörden und die Provinz Lüttich.
Innenminister und Provinzgouverneur: „Wir bekommen den Brand im Hohen Venn allmählich unter Kontrolle“
Die Feuerwehr ist bei der Brandbekämpfung im Hohen Venn offenbar erfolgreich. Dies gab Hervé Jamar, der Gouverneur der Provinz Lüttich am Donnerstagnachmittag bekannt. Zuvor hatte Belgiens Innenminister Bernard Quintin (MR) bereits erklärt, die Lage sei zunehmend unter Kontrolle.
Sollten die Wetterbedingungen unverändert bleiben, dürfte sich das Feuer nicht weiter ausbreiten, so die Behörden. Im westlichen Teil sei der Brand unter Kontrolle. Im Osten des betroffenen Gebiets habe die Feuerwehr den Brand aber noch nicht vollständig unter Kontrolle.
Das Feuer hat keine Auswirkungen auf das Trinkwasser von Spa Monopole
Der Brand im Hohen Venn hat weder Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers in der Region, noch auf die Produkte von Spa Monopole. Dies erklärte Mathieu Van Overstraeten, der Sprecher der Spadel-Gruppe.
Die verschiedenen Wasserquellen in der Gemeinde Spa liegen mehr als 10 Kilometer vom Brandherd entfernt und sind nicht betroffen, betonte der Sprecher. Darüber hinaus besteht kein Kontakt zwischen der natürlichen Mineralwasserquelle von Spa und dem Grundwasser in dem vom Brand betroffenen Gebiet. Doch auch dies sei nicht beeinträchtigt, so die wallonischen Regionalbehörden.
Fast 27 Kilometer Feuerfront
Die Lage am Donnerstagmorgen ist laut René Dahmen, Forstamtsleiter in Elsenborn, deutlich entspannter als an den vergangenen Tagen. Die starken Regenfälle haben die Situation verbessert und dazu beigetragen, dass das Feuer inzwischen eingegrenzt werden konnte, sagte Dahmen gegenüber den Kollegen des Belgischen Rundfunks in deutscher Sprache, BRF. Unter Kontrolle sei der Brand allerdings noch nicht.
Eine Drohne mit Wärmebildkamera habe am Donnerstagmorgen Brandgebiet überprüft und insbesondere im Nordosten Glut festgestellt. Dieser Bereich gilt deshalb als besonders gefährlich. Dort sollen die Hubschrauber zunächst gezielt ihr Wasser abwerfen. Weitere Drohnen- und Hubschrauberflüge sollen zeigen, an welchen Stellen sich noch andere problematische Glutnester befinden, so der Forstamtsleiter.
Obwohl der Brand mittlerweile eingegrenzt ist, steht die Einsatzleitung noch vor einer großen Herausforderung. Insgesamt sind rund 3.300 Hektar von dem Feuer betroffen, wobei nicht die gesamte Fläche verbrannt ist. Die Feuerfront erstrecke sich über fast 27 Kilometer sagte Dahmen beim BRF.
Schwierige Löscharbeiten in der Nacht zum Donnerstag
Die Rettungsdienste im Hohen Venn konnten ihre Arbeit letzte Nacht nur eingeschränkt fortsetzen. Eingeschränkte Sicht, umgestürzte Bäume, Schlamm und schwierige Straßen: Der Sturm erschwert die Arbeitsbedingungen. Dennoch musste die Feuerwehr zahlreiche Brände, insbesondere im Osten des Gebiets, bekämpfen.
Das Wetter soll jetzt besser werden, was Aufklärungsflüge mit Drohnen ermöglicht. „Dadurch können wir Einsätze aus der Luft planen“, sagt Tony Hosmans, Sprecher des Gouverneurs der Provinz Lüttich: „Diese werden heute wichtig sein und voraussichtlich effektiv eingesetzt werden können, da die Wettervorhersage gut ist.“
Das Feuer ist noch nicht unter Kontrolle, breitet sich aber vorerst nicht weiter aus. Die Lage bleibt aber weiter unbeständig und gefährlich: Auch heute besteht die Gefahr von erneuten Aufflackerungen, wie letzte Nacht.“
Rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz, deutsche Kräfte werden reduziert
Knapp 200 flämische, wallonische, Brüsseler, niederländische und deutsche Feuerwehrleute sind im Hohen Venn im Einsatz. Die deutschen Kräfte vor Ort werden ab heute reduziert, wie Tony Hosmans mitteilte. Die Landwirte, die sich in den vergangenen Tagen freiwillig gemeldet haben, bleiben im Einsatz. „Ihre Anwesenheit war nachts weniger wichtig“, so Hosmans.
Die Rettungsdienste im Hohen Venn konnten ihre Arbeit letzte Nacht nur eingeschränkt fortsetzen. Eingeschränkte Sicht, umgestürzte Bäume, Schlamm und schwierige Straßen: Der Sturm erschwert die Arbeitsbedingungen. Dennoch musste die Feuerwehr zahlreiche Brände, insbesondere im Osten des Gebiets, bekämpfen.
Diese Flugzeuge und Hubschrauber sind derzeit im Einsatz:
• 2 norwegische Hubschrauber
• 2 deutsche Hubschrauber
• 1 niederländischer Chinook-Hubschrauber (der allerdings zeitweise mit technischen Problemen am Boden blieb)
• 2 schwedische Löschflugzeuge
• 2 Hubschrauber der belgischen Bundespolizei: einer für Wasserabwürfe und einer für die Luftkoordination

