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Das HDC-Kolleg in Löwen

Schule in Löwen holt Militär und Polizei für ein neues Fach in den Unterricht: „Den Horizont der Schüler erweitern“

Ab September bietet das Heilige-Dreifaltigkeits-Kolleg (HDC) in Löwen in Flämisch-Brabant das neue Fach „Sicherheitsdenken“ an. Wöchentlich unterrichten Angehörige des Militärs und der örtlichen Polizei die Schüler zu Themen wie Geopolitik, Datenschutz und Radikalisierung. Bei diesem Fach handele sich nicht um eine Vorbereitung auf eine Karriere bei der Armee, betont Direktor Frank Baeyens.

Andreas Kockartz
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Schon vor zwei Jahren sorgte das Löwener Kolleg mit der Einführung von Arabisch in der sechsten Jahrgangsstufe des Fachbereichs Moderne Sprachen für Aufsehen. Diese Ergänzung des Lehrplans sollte den Schülern nicht nur ein besseres Verständnis von Sprachmechanismen vermitteln, sondern laut Direktor Baeyens auch ihren Blick auf die Welt erweitern.

Auch das neue Fach „Sicherheitsdenken“, das die Schüler der dritten Jahrgangsstufe wöchentlich mit einer Stunde im Fach Sportwissenschaften belegen, soll dazu beitragen. Ab dem 1. September startet das Pilotprojekt an der HDC und macht diese katholische Schule in Löwen damit zur ersten Schule in Belgien, die dieses Fach einführt. Die Partnerschule ESND in der wallonischen Regionalhauptstadt Namür folgt diesem Beispiel ab September 2027.

Sicherheit als oberstes Gebot

Die Idee für das Fach entstand jedoch bereits vor etwa drei Jahren, so Direktor Baeyens: „Sicherheitsdenken soll der Erkenntnis Rechnung tragen, dass Sicherheit ein Gut ist, das wir wertschätzen müssen. Und obwohl die Schüler großes Interesse an diesem Thema haben, kommen sie praktisch nie damit in Berührung. Das wollten wir ändern.“

Mit dieser Erkenntnis machten sich Sportlehrer Seppe Ovare und Naturkundelehrer Pietro Caputo (Foto unten) an die Arbeit. Letzterer ist außerdem Präventionsberater und Reservist bei der belgischen Armee. „Wir stellten die Idee den relevanten Akteuren wie dem Verteidigungsministerium, der örtlichen Polizei und dem Gouverneur vor“, so Caputo: „Sie waren sofort begeistert.“ Das Fach wird von Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums, der Polizei und des Gouverneurs von Flämisch-Brabant unterrichtet.

Die beiden Lehrer Seppe Ovare und Pietro Caputo sind die Initiatoren des neuen Fachs

Kriegsrhetorik

Ovare und Caputo sind für das pädagogische Konzept verantwortlich. „So lernen unsere Jugendlichen aus erster Hand Themen wie Datenschutz, Geopolitik, Prävention, Konfliktmanagement, Recht, Ethik und Radikalisierung kennen“, ergänzt Schuldirektor Baeyens.

Selbstverteidigung oder der Umgang mit Waffen sind nicht Teil des Unterrichts, obwohl die Schüler im Rahmen des Unterrichts im Fach Sportwissenschaften an anderer Stelle mit Kontakt- und Verteidigungssportarten in Berührung kommen. „Es ist daher definitiv nicht unsere Absicht, unsere Jugendlichen auf eine Karriere beim Militär vorzubereiten“, erklärt der Direktor: „Wir möchten sie vielmehr auf ein breites Spektrum an Studienrichtungen vorbereiten.“

Laut dem Direktor sind die Schüler größtenteils begeistert von dem neuen Fach. Einige Eltern äußern jedoch gelegentlich Kritik. „‚Lassen wir uns nicht zu sehr von dieser Alarmismus- und Kriegsrhetorik mitreißen?‘ Diese Reaktion haben wir schon öfter gehört“, räumt der Direktor ein: „Unsere Idee ist genau das Gegenteil: Man kann sich nur dann eine Meinung zu etwas bilden, wenn man darüber Bescheid weiß. So rüsten wir unsere Studenten aus, damit sie ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen können.“

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