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Belgiens Außenminister Maxime Prévot

Belgiens zivile Zusammenarbeit mit der Ukraine wird intensiviert

Reintegration von Veteranen, Kieferchirurgie, Unterstützung für Unternehmen, unterirdische Schutzräume für Schulen, Energieversorgung für den Winter usw. Belgiens zivile Zusammenarbeit mit der Ukraine, einem Land, das viereinhalb Jahre lang vom Krieg gezeichnet ist, wird ausgebaut. Seit 2025 wurden von belgischer Seite her rund 150 Mio. € bereitgestellt. „Der Wiederaufbau kann nicht bis nach dem Frieden warten. Er beginnt jetzt“, erklärte Belgiens Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) während eines zweitägigen Arbeitsbesuchs in der Ukraine.

Andreas Kockartz Belga
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„Nach über vier Jahren Krieg sehen wir uns mit einer Fülle von Gesichtern konfrontiert, die durch unglaublich schwere Verletzungen entstellt sind. Nur wenige Fälle sind einfach - die meisten sind hochkomplex und erfordern aufwendige Operationen. Seit Kriegsbeginn haben wir bereits 1.800 Menschen operiert und jeder Fall erfordert mitunter neun oder zehn Eingriffe. Wir sind nicht darauf vorbereitet, ein solches Ausmaß an Fällen und Komplexität zu bewältigen. Wir brauchen spezialisierte Zentren, in denen Wissen und Fähigkeiten gebündelt sind“, erklärte der ukrainische Arzt Dr. Andrei Kopchak.

Das Projekt stützt sich auf die Expertise von „Materialise“, einem Unternehmen, das aus der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) in Flämisch-Brabant hervorgegangen ist und das weltweit für seine medizinische 3D-Technologie anerkannt ist. Diese Kooperation ermöglicht die präzise Operationsvorbereitung und die Herstellung von Implantaten, die individuell auf jeden Patienten zugeschnitten sind.

Veteranen

Eine weitere Herausforderung für die Ukraine ist die Wiedereingliederung ihrer Veteranen. Außenminister Prévot traf sich dazu mit dem zuständigen ukrainischen Minister Vitalii Kim im „Veteranenzentrum“ in Kiew. „Nach dem Krieg müssen wir diese Veteranen wieder in die Wirtschaft integrieren. Das ist eine enorme Herausforderung. Die meisten von ihnen sind verletzt. Im Krankenhaus werden sie versorgt und erhalten Lohn, nach ihrer Entlassung jedoch nicht mehr. Sie haben mit körperlichen, oft aber auch mit psychischen Problemen zu kämpfen“, erklärte Prévot.

Irgendwann müssen die ukrainischen Soldaten ihren Weg zurück in die Gesellschaft finden - Dabei will Belgien helfen

Belgien hat 4 Mio. € für die vollständige Finanzierung der „Interoperablen Serviceplattform für Veteranen“ bereitgestellt, die im Rahmen eines NATO-Programms umgesetzt wird. Das Projekt zielt darauf ab, das digitale System des Veteranenministeriums zu modernisieren und die für sie vorgesehenen Dienstleistungen zugänglicher zu machen.

Behandlung schwerer Verbrennungen

Weitere 10 Mio. € werden in den Aufbau eines nationalen Kompetenzzentrums für die Behandlung schwerer Verbrennungen investiert – einem der Spezialgebiete Belgiens. Das Zentrum entsteht in Zusammenarbeit mit dem Groß-Klinik von Charleroi und dem Brüsseler Königin Astrid-Militärkrankenhaus.

Der Wirtschaftssektor erhält außerdem Unterstützung aus der Belgischen Entwicklungszusammenarbeit. Rund 6 Mio. € werden von BIO Invest investiert, einem belgischen Unternehmen, das die Privatwirtschaft in Schwellenländern fördert. Der „Wiederaufbaufonds für die Ukraine“ wird ukrainischen Unternehmen, die vom Krieg betroffen sind und finanzielle Mittel benötigen, um weiter wachsen und sich erholen zu können, langfristig Kapital zur Verfügung stellen.

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