Der Unternehmerverband Voka ruft flämische Unternehmen dazu auf, die von Präsident Trump eingeführten, sich als rechtswidrig erwiesenen US-Einfuhrzölle zurückzufordern. Viele flämische Unternehmen haben inzwischen Geld von der US-Regierung zurückerhalten, doch „es ist dort noch einiges zu holen.“
Aufruf des flämischen Unternehmerverbandes Voka: Firmen sollen die US-Importzölle zurückfordern
In der Brauerei Huyghe, bekannt durch das Bier „Delirium Tremens“, in Melle, Ostflandern, rollen unaufhörlich Bierflaschen vom Förderband. Drei von vier dieser Flaschen gehen ins Ausland, hauptsächlich in die USA. Dafür mussten plötzlich zusätzliche 600.000 € an Einfuhrzöllen gezahlt werden.
Die Brauerei hat diese Abgaben zurückgefordert und bisher schon 350.000 € erhalten. Das verlief reibungsloser als erwartet. Alain De Laet, Geschäftsführer der Brauerei Huyghe: „Wir haben nicht selbst rechtliche Schritte eingeleitet. Ich hatte eigentlich vor, das zu tun, aber der Zoll hat von sich aus mit den Rückerstattungen begonnen.“
Voka rät Unternehmen, die noch keinen Antrag gestellt haben, dies jetzt zu tun. Die Rückerstattung erfolgt nicht automatisch - die Unternehmen müssen selbst aktiv werden. Der Wirtschaftsverband Voka schätzt, dass alle flämischen Unternehmen zusammen rund 1 Mia. € zurückerhalten könnten.
Komplex aber lohnenswert
„Das Verfahren ist zwar komplex, aber es lohnt sich. Außerdem ist keine Klage nötig. Unternehmen können die Rückerstattung über ein Verwaltungsverfahren beim US-Zoll beantragen“, sagt Frank Beckx von Voka: „Wir sehen, dass flämische Unternehmen diese Chance nutzen. Hunderte flämische Unternehmen haben bereits eine Rückerstattung vom US-Zoll erhalten.“
Alain De Laet von der Brauerei Huyghe: „Die Steuer wurde an die Verbraucher weitergegeben, was zu einem Anstieg des Bierpreises in den USA geführt hat. Das lässt sich kaum rückgängig machen. Die Rückerstattungen werden in Werbekampagnen in den USA investiert.“
