Der seit Freitag im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Ostbelgien wütende Großbrand hat bisher über 3.000 Hektar Wald und Moorlandschaft verwüstet. Die ostbelgischen Feuerwehren werden von Hilfskräften aus dem In- und Ausland unterstützt. Über das EU-Hilfsprogramm werden Material wie Löschhubschrauber und -flugzeuge, sowie schwere und geländegängige Fahrzeuge bereitgestellt. Deutsche Feuerwehren helfen dabei, dass das Feuer nicht über die Grenze gelangt. Doch wenn der Wind nicht mitspielt, bleibt die Brandbekämpfung schwierig... Einige beindruckende Fotos, die während der Löscharbeiten aufgenommen wurde, zeigen die Lage vor Ort. Insgesamt sind im Hohen Venn rund 500 Hilfskräfte aus dem In- und Ausland im Einsatz.
Großbrand im Hohen Venn: Der Wind erschwert die Löscharbeiten - Allgemeine Lage aber etwas entspannter
Aktueller Stand der Dinge (Dienstag, 14 Uhr): Feuer vorläufig unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht
Die Einsatzkräfte haben den Brand derzeit unter Kontrolle. Dies wurde am Dienstagmittag im Rahmen einer Pressekonferenz der Behörden bekannt gegeben, auf der die aktuelle Lage erläutert wurde. Das Feuer breitet sich nicht weiter aus, lodert aber noch. Je nach Wetterlage könne sich die Situation verbessern oder verschlechtern, hieß es dazu.
Die Feuerwehr kann derzeit fast alle Gebiete zu Fuß erreichen. Lediglich ein Teil im Osten des betroffenen Gebiets ist schwer oder gar nicht zugänglich. Hubschrauber und Flugzeuge können aufgrund des schlechten Wetters vorerst nicht eingesetzt werden.
Sollte die aktuelle Eindämmungsstrategie schnell zum Erfolg führen, wären die Einsatzkräfte nicht mehr auf die Luftunterstützung angewiesen. Dieser Dienstag könnte sich daher als entscheidender Tag erweisen. Die verbrannte Fläche umfasst noch immer rund 3.000 Hektar Wald- und Naturschutzgebiet.
Was bisher an diesem Dienstag geschah:
Wind behindert Feuerwehreinsätze – Gefahr der Ausbreitung Richtung Deutschland
Laut den Feuerwehren, die im Hohen Venn aktiv sind, bleibt der nordöstliche Brandabschnitt der gefährlichste Teil. Die Rettungskräfte hatten gehofft, dort am Montag mit Löschflugzeugen und -hubschraubern weiter voranzukommen, doch das erwies sich als schwierig, so Nicolas Yernaux, der Sprecher der wallonischen Regionalbehörden: „Aufgrund der Wetterbedingungen konnten sie erst gegen 16 Uhr starten.“
„Heute ist keine Besserung zu erwarten. Die Luftunterstützung steht bereit, aber das Wetter spielt der Feuerwehr nicht in die Karten. Der Wind kommt aus Westen und weht somit Richtung Deutschland,“ so Yernaux am frühen Dienstagmorgen. Dadurch besand ein hohes Risiko einer weiteren Ausbreitung des Feuers in Richtung Deutschland. „Die Feuerwehrleute werden den Boden vor Ort ausheben, um dies zu verhindern. Wir hoffen, im Laufe des Tages Luftunterstützung anfordern zu können“, so Yernaux.
Genau aus diesem Grund kamen 60 zusätzliche Feuerwehrkräfte aus Deutschland zur weiteren Unterstützung. Sie sollen dabei helfen, Gräben zu ziehen, damit die Brandherde quasi umzingelt werden, um sich nicht weiter in Richtung der Grenze auszubreiten. Das Feuer ist in allen Abschnitten noch aktiv und daher nicht unter Kontrolle. Vielleicht hilft ja der Regen, der in der Region kurz nach 8 Uhr am Dienstagmorgen einsetzte…
Die zusätzlichen Feuerwehrleute aus Deutschland sollen auch dabei helfen, zu vermeiden, dass die Flammen auf Nadelwälder auf der deutschen Seite der Grenze übergreifen, denn das wäre eine weitere Katastrophe, die es zu vermeiden gilt.
Apokalypse: Drohnenbilder der RTBF-Kollegen zeigen das Ausmaß des Vennbrands am Signal de Botrange, dem höchsten Punkt von Belgien
Zwei flämische Feuerwehrleute wegen Rauchvergiftung im Krankenhaus
Laut dem belgischen Rundfunk in deutscher Sprachen, BRF, erlitten zwei Feuerwehrleute aus Limburg am Montagabend bei Löscharbeiten eine Rauchvergiftung. Sie sollen zu viel Rauch eingeatmet haben und mussten deshalb ins Krankenhaus gebracht werden, wo sie behandelt werden. Ihr Zustand sei stabil, berichtet der BRF weiter. Laut dem frankophonen Rundfunk RTBF waren die Männer an der nördlichen Front des Brandes im Einsatz. Dieser Bereich ist besonders schwer zugänglich.
Rauchvergiftung ist eine „logische Folge des Arbeitens ohne Druckluft“, sagte ein Vertreter der gemeinnützigen Feuerwehr-Organisation Emergency Response Alliance Belgium, die z.B. regelmäßig bei Waldbränden in Portugal Hilfe leistet. Im Hinblick auf die schwierigen Umstände im Gelände des Hochmoors Hohes Venn sagte er gegenüber VRT NWS: „Die Druckluftflaschen sind einfach zu schwer und fast unmöglich zu tragen.“
Die beiden Feuerwehrleute konnten nach einer Untersuchung das Krankenhaus am Dienstag wieder verlassen. Die beiden kehrten nach Limburg zurück, bestätigte Gretel Kerkhofs, Pressesprecherin der Katastrophenschutzzone Südwest-Limburg. Aus Datenschutzgründen gibt die Feuerwehr keine weiteren Kommentare ab, aber „es geht ihnen gut“, so die Sprecherin.
Feuerwehrleute aus Limburg unterstützen seit Samstag die Löscharbeiten iom Hohen Venn. Drei Waldbrandlöschfahrzeuge, vier Tankwagen und drei Einsatzleitwagen aus den drei Hilfeleistungszonen Limburgs sind im Einsatz.
Die Bewohner von Küchelscheid-Leykaul können vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren
Für die Bewohner von Küchelscheid und Leykaul (Gemeinde Bütgenbach) ist eine Rückkehr in ihre Häuser derzeit noch nicht möglich. Dies teilte, Hervé Jamùar, der Gouverneur der Provinz Lüttich am Dienstagvormittag in einer Pressemitteilung mit. Die Evakuierung bleibe aus Sicherheitsgründen bestehen.

