Die britische Eisenbahnbehörde ORR hat Virgin Trains die Genehmigung zur Nutzung der britischen Hochgeschwindigkeitsstrecke HS1 erteilt. Der Eurostar-Konkurrent plant, die ersten Fahrten auf der neuen Verbindung zwischen London und Brüssel, Paris und Amsterdam im Jahr 2030 anzubieten. Dies berichtet die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ unter Berufung auf einer Meldung der Nachrichtenagentur Belga.
Eurostar-Konkurrent: Virgin Trains plant täglich mehrere Schnellzüge zwischen London und Brüssel
Ende letzter Woche gab die britische Eisenbahnbehörde ORR bekannt, dass die private Eisenbahngesellschaft Virgin Trains die Genehmigung zur Nutzung der Hochgeschwindigkeitsstrecke HS1 erhalten hat. Diese Vereinbarung zwischen dem ORR und Virgin Trains soll den Wettbewerb im internationalen Zugverkehr ankurbeln und Reisenden zwischen London und dem europäischen Festland ehr Optionen bieten.
Das Eisenbahn-Unternehmen hatte bereits im Oktober letzten Jahres Zugang zum Londoner Bahnbetriebswerk Temple Mills erhalten, das zuvor für Eurostar reserviert war. Dieses Betriebswerk ist ein unverzichtbares Bindeglied für die Zugverbindungen zwischen der englischen Hauptstadt und dem europäischen Festland.
Virgin Trains plant bis zu 20 Fahrten täglich zwischen London und Brüssel, Paris und Amsterdam anbieten zu können.
Günstigere Fahrpreise
Die ersten Züge sollen voraussichtlich im Oktober 2030 fahren. Zuvor muss das Unternehmen allerdings noch einige weitere Schritte abschließen. So muss es beispielsweise noch entsprechendes Rollmaterial beschaffen, die notwendigen Sicherheitsgenehmigungen der Europäischen Union einholen und Zugang zu den anderen beteiligten Bahnnetzen erhalten.
Virgin Trains ist nicht das einzige Unternehmen, das mit Eurostar konkurrieren will. Auch das italienische Unternehmen Trenitalia verfolgt ähnliche Pläne. Eurotunnel, die Betreibergesellschaft des Kanaltunnels, so oder so weitere Nutzer gewinnen. Laut dem Unternehmen kann die Infrastruktur 1.000 Züge pro Tag abfertigen, deutlich mehr als die derzeitigen 400.
Durch den Wettbewerb auf der Strecke könnten die Fahrpreise für Reisende sinken. Aktuell zahlen Reisende auf den Strecken London–Paris oder London-Brüssel oft deutlich mehr als für ein Flugticket.
