„Wir holen auf, aber wir hinken immer noch hinterher“, so das Belgische Klimarisikozentrum (CERAC). Bereits im letzten Jahr warnte das Zentrum, dass Belgien auf die Zunahme von Waldbränden in den kommenden Jahren nicht vorbereitet sei. Sprecher Steven Vermeulen räumt ein, dass nach dieser Warnung Investitionen getätigt wurden, sieht aber weiterhin „fehlende Dringlichkeit“.
Das belgische Klima-Risikozentrum hofft, dass der Brand im Hohen Venn der endgültige „Wake-Up-Call“ ist
Dringende Investitionen in Brandbekämpfung, Frühwarnsysteme und wissenschaftliche Forschung sind notwendig. Zu diesem Schluss kam ein CERAC-Bericht Anfang letzten Jahres. Das Belgische Klima-Risikozentrum wies damals darauf hin, dass die Zahl der Waldbrände in Belgien in den nächsten 15 bis 20 Jahren steigen werde, das Land aber auf diese Herausforderung nicht vorbereitet sei.
„Der Bericht hat viel Aufmerksamkeit erregt und es wurden tatsächlich Maßnahmen ergriffen“, so Steven Vermeulen, Sprecher des CERAC, im Gespräch mit VRT NWS. CERAC räumt ein, dass vor allem in die wissenschaftliche Forschung investiert wurde, dass aber auch konkrete Maßnahmen ergriffen wurden. So hat z.B. der Katastrophenschutz in zusätzliche Ausrüstung zur Brandbekämpfung investiert und die Koordination zwischen den verschiedenen Brandzonen verstärkt.
„Positive Schritte, reicht aber nicht…“
„Es sind also positive Schritte, aber das reicht nicht aus“, sagt Vermeulen: „Gerade wenn mehrere Brände gleichzeitig auftreten, wie derzeit im Hohen Venn, brauchen wir noch mehr Ressourcen. Letztes Jahr haben wir vor neuen Bränden wie denen von 2011 auf der Kalmthoutse Heide (Naturschutzgebiet in der Grenzregion zwischen der niederländischen Provinz Nordbrabant und der belgischen Provinz Antwerpen, Red.) und im Hohen Venn gewarnt, doch leider hat uns die Realität bereits eingeholt.“
Trotz der Investitionen fehle es laut CERAC bei den politischen Entscheidungsträgern weiterhin an Dringlichkeit in der Brandbekämpfung: „Man versucht zwar, den Rückstand aufzuholen, aber wer einmal zurückgefallen ist, muss immer hinterherhinken.“ Vermeulen ist daher der Ansicht, dass Belgien unbedingt noch eine Schippe drauflegen muss: „Es wird wieder passieren und dann müssen wir bereit sein. Das muss der endgültige Wake-Up-Call sein.“
Ganz nebenbei bemerkt: In Belgien wurden im laufenden Jahr 2026 bisher 234 Naturbrände registriert - gut doppelt so viele, wie im gesamten vergangenen Jahr…
