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Inland
Justiz

193 Personen in Belgien durch Bedrohung unter Schutz - 54 neue Fälle bereits in diesem Jahr

Das Nationale Krisenzentrum (NCCN) hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 54 neue Fälle bedrohter Personen eröffnet, wie das Zentrum am Sonntag mitteilte. Es handelt sich dabei um Personen, die bei der Ausübung ihres Berufs, ihrer Funktion oder ihrer gesellschaftlichen Rolle bedroht werden, beispielsweise Politiker, Polizisten, Beamte oder Richter. Das NCCN verzeichnet in den letzten Jahren einen Anstieg der persönlichen Bedrohungen in Belgien.

Andreas Kockartz Belga
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Das Nationale Krisenzentrum muss für immer mehr Menschen Schutzmaßnahmen ergreifen, da diese bedroht werden. Im vergangenen Jahr standen 157 Menschen aus dem öffentlichen Leben in Belgien unter Personenschutz. Aktuell liegt diese Zahl bereits bei 193. Die 54 im Jahr 2026 eröffneten Fälle betreffen 81 Personen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres gab es 46 Schutzmaßnahmen für 59 Personen.

Laut NCCN liegt dies unter anderem daran, dass dem Schutz bedrohter Personen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, wodurch bedrohliche Situationen schneller gemeldet und weiterverfolgt werden. Das Zentrum stellt jedoch auch fest, dass der Einfluss der organisierten Kriminalität in den letzten fünf Jahren in dieser Hinsicht zugenommen hat.

Kooperation mit Analyse- und Ermittlungsdiensten

Um die notwendigen Maßnahmen zu ermitteln, arbeitet das NCCN bei terroristischen oder extremistischen Bedrohungen mit dem OCAD (Koordinierungsstelle für Bedrohungsanalyse) und bei kriminellen Organisationen mit der Bundespolizei zusammen. Auf Grundlage der Analysen dieser Gremien beurteilt das NCCN, welche Schutzmaßnahmen für bedrohte Personen angemessen sind.

Das kann beispielsweise Anpassungen im Wohnumfeld und das Meiden bestimmter Orte umfassen, aber auch Beratung, ständiger Kontakt zur örtlichen Polizei oder regelmäßige Streifen.

In Ausnahmefällen können die Maßnahmen drastischer ausfallen, wie etwa Personenschutz im Nahbereich oder die Unterbringung in einer sicheren Einrichtung („safe house“). „Solche Maßnahmen haben jedoch besonders gravierende Auswirkungen auf die betroffene Person und ihr Umfeld und werden daher nur bei ernsthaften und sehr konkreten Bedrohungen ergriffen“, unterstreicht das NCCN.

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