Die Klosterbrauerei des Klarissenklosters und ein ehemaliger Nebenarm der Zenne wurden als Brüsseler Kulturerbe anerkannt. Beide sind Teil des einzigartigen mittelalterlichen Komplexes des Klarissenklosters am Sint-Goriksplein im Zentrum der Altstadt, quasi dem Geburtsort und frühen Wirtschaftszentrum Brüssels.
Klosterbrauerei und Nebenarm der Zenne als Brüsseler Kulturerbe anerkannt
Das ehemalige Klarissenkloster ist ein mittelalterlicher Gebäudekomplex zwischen Sint-Goriksplein und Sint-Kristoffelstraat. Es ist eine Oase der Ruhe, durch die historisch ein etwa fünfzig Meter langer und vier Meter breiter Nebenarm der Zenne fließt, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu erzählt.
Der Nebenarm wird von Kais gesäumt, die wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert stammen. Diese Kais belegen, dass die Zenne dort damals als Kanal genutzt wurde. In der Mitte des Nebenarms steht ein Gebäude, das früher als Bäckerei und Brauerei des Klosters diente.
Sowohl die Klosterbrauerei als auch der Seitenarm der Zenne wurden jetzt offiziell als Brüsseler Kulturerbe anerkannt. „Es gibt nicht mehr viele Orte in Brüssel, an denen man so schöne und gut erhaltene mittelalterliche Gebäude bewundern kann“, freut sich Thierry Wauters, Direktor der Städtebau- und Architektur-Behörde urban.brussels: „Es ist ein historisch einzigartiger Ort.“
Die Wiege Brüssels
Das Gelände wurde in den 1980er Jahren renoviert, die Gebäude stammen jedoch aus dem 15. Jahrhundert. Der Seitenarm der Zenne bildete zusammen mit den anderen Wasserwegen ein zentrales Handelszentrum und war Teil der Wiege Brüssels. Die noch sichtbaren, ursprünglichen Kais dienten der Versorgung des Viertels über kleine Schiffe. „Die Gebäude veranschaulichen auf wunderbare Weise die Entwicklung des Klosters über die Jahrhunderte“, erklärt Wauters.
Einzigartiges Stück der Zenne
Oberhalb der Kais befinden sich die ehemalige Klosterbrauerei und -bäckerei. Ein Ort, an dem verschiedene religiöse Gemeinschaften nacheinander wirkten. Von den Klarissen im 18. Jahrhundert bis zu den Brüdern vom Gemeinsamen Leben im 15. Jahrhundert, die auch die erste Druckerei in Brüssel gründeten: „Das Gebäude war für die Versorgung der Gemeinde mit Lebensmitteln unerlässlich. Später wurde es durch den Verkauf von Brot und Bier auch zu einer Einnahmequelle.“
Das Wasser in diesem Abschnitt der Zenne fließt nicht mehr. Es besteht aber die Möglichkeit, dass eine Wasseraufbereitungsanlage installiert wird, um das Wasser wieder klarer zu machen. „Der Zenne-Arm dient in erster Linie Informationszwecken, damit Besucher sehen können, wie der Fluss einst aussah. Und das ist einzigartig“, fährt Wauters fort: „Denn es ist der einzige Ort in Brüssel, an dem man noch einen Abschnitt der Zenne sehen kann.“
