42 Familien aus den Gemeinden Dilbeek, Lennik und Roosdaal in Flämisch-Brabant, die im Umfeld des Brüsseler Nationalflughafens wohnen, verklagen den belgischen Staat wegen einer ihrer Ansicht nach „brutalen Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität“. Grund dafür ist eine viel kritisierte Flugroute am Flughafen, wie die Bürgerinitiative mitteilte.
Umstrittene Landebahn: Familien in Flämisch-Brabant klagen gegen Fluglärm am Flughafen Brüssel
Bei der umstrittenen Flugroute handelt es sich um eine satellitengestützte Landeroute für die Landebahn 07L des Flughafens in Zaventem (ebenfalls Flämisch-Brabant). Sie wurde 2025 zunächst als Testlauf eingeführt, doch anschließend wurde die Nutzung bis Oktober 2026 verlängert.
Durch diese neue Flugroute landen Flugzeuge früher westlich des Flughafens. Sie verläuft von der Landebahn 07L aus und folgt weiterhin der gleichen Flugbahn, die unter anderem Lennik, Dilbeek sowie Brüsseler Gemeinden wie Molenbeek und Koekelberg überfliegt, bevor sie den Flughafen Brussels Airport erreichen.
„In denselben Straßen, denselben Vierteln, denselben Häusern“ müssen Anwohner „oft tagelang den Lärm landender Flugzeuge ertragen“, erklärte die Bürgerinitiative in einer Stellungnahme: „An stark frequentierten Tagen fliegt alle zwei bis drei Minuten ein Flugzeug über uns hinweg, was nie der Fall war, als die Bewohner dieser Gemeinde ihre Häuser kauften.“
Juristisch auf dem Prüfstand - Verkehrsminister wartet auf politisches Abkommen
Diese Flugroute ist seit Längerem Gegenstand von Kontroversen. Die Gemeindeverwaltung von Lennik hat bereits angekündigt, rechtliche Schritte gegen die zunehmende Lärmbelästigung durch Flugzeuge vorzubereiten. Auch die Brüsseler Regionalregierung hat angekündigt, diese Angelegenheit auf juristischer Ebene anzugehen.
Die Bürgerinitiative „Free Air 4 Brussels“ bekräftigte am Dienstag, dass die Wahl dieser Flugroute „eine kapazitätsbasierte Entscheidung war, die die Gesundheit von 270.000 Brüsseler und flämischen Einwohnern gefährdet“.
Bundesverkehrsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) hat wiederholt erklärt, dass satellitengestützte Flugrouten eine europäische Vorgabe und ein alternatives Verfahren seien, wenn bevorzugte Start- und Landebahnen, insbesondere aufgrund von Wind, nicht genutzt werden können. Crucke hält am Stichtag 1. Oktober fest, denn bis dahin soll ein politisches Abkommen bezüglich der Flugrouten am Brussels Airport stehen.
