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Inland
Politik

Regierung streicht Auffangplätze: Viele obdachlose Familien bekommen in Brüssel keine Unterkunft

Im Juli musste die Brüsseler Obdachlosenorganisation Samusocial 4 von 5 Familien, die hier einen Antrag auf Unterkunft stellten, abweisen. Dies teilte die Organisation selbst mit. Samusocial ruft für den 18. August zu einer Protestaktion auf, um gegen die Streichung von 1.000 Aufnahmeplätzen für Obdachlose in Brüssel durch die belgische Bundesregierung zu demonstrieren.

Andreas Kockartz
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Die Lage ist dramatisch. Im Juli baten 299 Familien bei Samusocial um eine Unterkunft, doch 244 von ihnen mussten durch einen Mangel an Aufnahmeplätzen abgewiesen werden. Das betraf nicht zuletzt 238 Kinder, die jünger als 2 Jahre alt sind und 16 Babys. Rund ein Viertel aller Obdachloser, die mit ihrem Familien im Netzwerk von Samusocial um Hilfe und Unterkunft bitten, sind Kinder.

Samusocial spricht in diesem Zusammenhang von einem signifikanten Anstieg der Anfragen, besonders durch Familien: „Über Flüchtlingsorganisationen, wie BelRefugees stehen derzeit noch einmal 1.555 Personen auf den Wartelisten für eine Notunterkunft im Netzwerk.“ Doch Samusocial hat aktuell zu wenig finanzielle Mittel und zu wenig Unterkünfte zur Verfügung.

Dass die belgische Bundesregierung 1.000 Unterkünfte bzw. Aufnahmeplätze strich, sorgt dafür, dass das Problem der Obdachlosigkeit in der Hauptstadt Brüssel weiter zunimmt. Bei Samusocial befürchtet man jetzt wieder Zeltlager, wie bei den vergangenen Flüchtlingskrisen in Brüssel, „mit den dazugehörenden Gesundheitsproblemen und sozialen Spannungen.“

Protest

Mehrere Obdachlosen-, Sozial- und Flüchtlingsverbände, die in Brüssel aktiv sind, wie z.B. BelRefugees, Samusocial, die Bico-Föderation und der Verband der Notunterkünfte und Hilfsdienste für Obdachlose (AMA) werden am 18. August in der Hauptstadt gemeinsam mit den Gewerkschaften gegen die Streichung von Unterkünften und Aufnahmeplätzen für die Betroffenen protestieren.    

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