Die anhaltende Hitze und Dürre haben erhebliche Auswirkungen auf die Gemüse- und Obsternte auch im belgischen Bundesland Flandern. Die Erzeuger setzen alles daran, ihre Pflanzen vor Hitzestress und Trockenheit zu schützen, doch unweigerlich werden weniger und kleinere Früchte und Gemüsesorten zu höheren Preisen in den Regalen der Geschäfte und Märkte landen.
Anhaltende Hitze und Dürre in Flandern lassen Gemüse und Obst kleiner und teurer werden
Die Hitze und Dürre lassen nicht nur die Menschen keuchen und schwitzen. Auch viele Gemüse- und Obstsorten leiden unter den extremen Sommertemperaturen. Die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad berichtete kürzlich bereits, dass Gemüse und Obst kleiner, seltener und teurer werden und Gemüsezüchter Dirk Declercq erlebt diese Folgen als Vorstandsvorsitzender der REO-Versteigerung in Roeselare in Westflandern hautnah mit.
„Die Pflanzen leiden unter Hitzestress und schießen schneller in die Höhe. Dadurch sind sie oft nicht mehr erntereif oder die Früchte wiegen deutlich weniger“, erklärte Declercq vor einigen Tagen gegenüber VRT NWS. Brokkoli, Blumenkohl, Lauch: Das sind nur einige Gemüsesorten, die aufgrund von Hitzestress kleiner ausfallen: „Gemüse im Freien reagiert besonders empfindlich auf Hitze und Trockenheit.“
Aber auch in den Gewächshäusern steigen die Temperaturen stark an: „Tomaten reifen zu schnell und bleiben daher klein. Erdbeeren wachsen ebenfalls schlechter, was bedeutet, dass die Erträge für die Erzeuger deutlich geringer ausfallen, da sie nur einen Einheitspreis erzielen können.“
Spritzen gegen die Zeit
Zusätzlich zur Hitze macht sich nun auch die anhaltende Trockenheit bemerkbar. Spritzen ist die einzige verbleibende Lösung: „Früher mussten wir ein- bis zweimal pro Woche bewässern. Jetzt spritzen wir täglich.“ Hitze und Dürre bedeuten für die Landwirte nicht nur extrem frühe Arbeitstage, sondern drohen auch zu Wasserknappheit zu führen. „Lagerbestände, Wasserspeicher und Genehmigungen: Es läuft nicht gut für uns“, seufzt Declercq: „Wir haben zwar Pufferbecken, aber die trocknen allmählich aus. Die Situation zieht sich einfach zu lange hin.“
Es ist unvermeidlich, dass bestimmte Produkte teurer werden"
Dirk Declercq, REO-Auktion in Roeselare
„Die Natur hat das Sagen“, fasst Declercq die harte Realität zusammen. Die Landwirte können nur auf eine Wetterbesserung hoffen. Bis dahin müssen sie mit dem auskommen, was sie haben, obwohl die Ernte oft deutlich geringer ausfällt als erwartet. So erntete der Endivienbauer zeitweise bis zu 75 % weniger: „Wir müssen uns damit abfinden, dass die Regale in den Läden etwas leerer bleiben als sonst.“
Bedeutet ein geringeres Angebot im Laden auch höhere Preise an der Kasse? „Das ist der klassische Mechanismus von Angebot und Nachfrage. Es ist unvermeidlich, dass bestimmte Produkte teurer werden.“ Doch das sei eine reine Notwendigkeit, betont Declercq: „Ich denke, viele Erzeuger verkaufen lieber eine normale, große Ernte zu Standardpreisen, als nur die Hälfte zu einem höheren Preis ernten zu können. Wir tun wirklich unser Möglichstes, um so viel wie möglich zu liefern.“

